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      Wenn die Handball-Champions-League der European Handball Federation (EHF)
      mit dem Final-4-Turnier in der Köln-Arena zu Gast ist, dann ist neben hoch-
      klassigem Sport auch eine gute und völlig friedliche Stimmung garantiert. 19.700
      Fans verfolgten im Halbfinale und am Finaltag je die beiden Spiele mit einem
      überraschenden Ausgang.

      Angetreten waren die Teams aus Veszprem (Ungarn), Barcelona, Vardar
      (Mazedonien) und Paris Saint-Germain. Deutsche Teams, wie Flensburg oder
      oder Kiel, hatten sich erstmals nicht für das Turnier qualifiziert. Schon im Halb-
      finale am Tag zuvor setzte sich Vardar überraschend mit 26:25 gegen den
      großen FC Barcelona durch, während Paris knapp (27:26) gegen Veszprem
      gewann. Im Spiel um Platz 3 setzte sich Veszprem am Ende klar gegen
      Barcelona durch. Bei den Spaniern war die Luft etwas raus, die Enttäuschung
      des Vortags zu groß.

      Das Finale hatte es dann in sich. Es ist die Krönung für Vereine im europäi-
      schen Handballsport. Mit Paris trat der der Top-Favorit des Turniers an, finanziell
      stark mit Millionen aus Katar unterstützt. Trainer Noka Serdarušic hat die welt-
      weit besten und bestbezahlten Spieler in seinen Reihen, darunter einige ehe-
      malige Welthandballer. Bei Nikola Karabatic munkelt man von knapp 100.000
      Euro pro Monat, während Mikkel Hansen bei 80.000 Euro pro Monat liegen soll.
      Ronaldo oder Messi würden dafür keinen einzigen Fußball bewegen, obwohl sie
      nicht mehr leisten. Die gezeigten Leistungen waren Dynamik pur. Da möchte
      man kein Torwart sein. Mit bis zu 100 km/h kommen die Bälle aus kürzester
      Distanz auf das Tor und trotzdem fangen die besten reflexartig noch ein paar
      Bälle ab. Der Begriff Sport kam wirklich voll zur Geltung.

      Uwe Gensheimer, Star-Linksaußen von Paris und Kapitäns der Deutschen
      Nationalmannschaft, und seine Kollegen spürten aber von Beginn an, dass das
      Publikum sich zu großen Teilen auf die Seite des Außenseiters aus Vardar
      schlug. Gensheimer wurde beim 7-Meter sogar leicht ausgepfiffen und zeigte
      Nerven, bittere Erfahrungen in der Heimat. Von einer deutsch-französischen
      Freundschaft konnte im Finale keine Rede sein. Eine kompakte Mannschafts-
      leistung zeigte dagegen Vardar mit seinem klasse Trainer Raul Gonzales. Seine
      stets clevere Taktik war die Grundlage für den sehr knappen Sieg. Vardar zeigte
      120% Engagement, hatte eine gute Abwehr und ein gutes Aufbauspiel, war
      kreativ, wach und schnell schaltend. Da war selbst die sonst sportlich überra-
      gende Legende im Pariser Tor, Thierry Omeyer, oft machtlos. Kurz vor Schluss
      handelte sich Paris, bei Ergebnis-Gleichstand, noch eine 2-Minuten-Zeitstrafe
      ein. Sieben Sekunden waren noch auf der Uhr, als die Mazedonier zum finalen
      Angriff bliesen. Der Ball passte und die Sensation war perfekt. Die Pariser
      Starspieler konnten es nicht fassen, während Vardar ausgelassen jubelte.
      Spannender hätte das Finale unter der Leitung der überzeugend leitenden
      deutschen Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig nicht laufen können.

      Ohne Show geht es natürlich auch im Handball nicht, aber die Showelemente
      waren angenehm reduziert und der hochklassige Sport stand eindeutig im Mittel-
      punkt. Zur Pokalübergabe gab es obligatorisch etwas Goldregen und dezente
      Pyrotechnik. Ansonsten unterhielt der britische Popstar Melanie C das Publikum
      sehr gut mit drei Songs und der DJ sorgte für eine passende Musikauswahl in
      der Halle, wohltuend ohne typische Ballermann-Songs.

      Der größte Dank gilt den Fans, die immer friedlich und feiernd für gute Stim-
      mung sorgten. Krawalle, Rauchbomben, Ultras oder rassistische Beleidigungen
      kennt der Handball nicht. Man feiert einfach gemeinsam und möchte guten Sport
      erleben. Es war so gut wie kein Polizist in Uniform vor der Halle zu sehen, von
      Hundertschaften ganz zu schweigen, was auch den deutschen Steuerzahler
      freute. Der private Ordnungsdienst hatte alles mühelos und freundlich im Griff.
      Die Organisation war perfekt, wie auch die völlig unkomplizierte und nette
      Sponsoren- und Pressebetreuung durch die EHF. Nicht zu vergessen ist
      natürlich der Dank der Redaktion an Lyoness Cashback World als einladender
      Sponsor des Final-4-Turniers.

      Datum: 3. bis 4. Juni 2017

      ww.ehffinal4.com
      www.lyoness.com