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      Alexa Feser ist akustisch auf Tour. In Bochum begeisterte sie das Publikum
      in der stets wunderbaren Christuskirche, die ihrem guten Ruf mal wieder voll-
      auf gerecht wurde. Als guter Support spielte und sang Luisa Baborro mit ihrem
      Cello.

      Eigentlich steht sie musikalisch mit Sarah Connor oder Clueso auf einer Stufe.
      Ihre Konzerte sind allerdings noch schön kuschelig, wie in einem schönen
      Wohnzimmer. Man ist bei ihr noch ziemlich nah dran, was sie als Musikerin
      und Mensch sehr sympathisch erscheinen lässt. Für ihre Akustik-Tour war die
      Christuskirche genau der richtige Ort. Mit dabei hatte sie zwei Violinen, eine
      Bratsche und ein Cello, vier tolle Mädels, die sich "Berlin Strings" nennen. Ihr
      Tourmanager war für die Percussion zuständig. Das Zusammenspiel passte
      hervorragend. Man genoss fein jeden Ton, der an diesem Ort von einem
      3,5 fachen Hall getragen wurde. Wie immer in Bochum, wurde es ein Hör-
      konzert. Man traut sich bei dieser besonderen Atmosphäre kaum mitzusingen.

      Es war eine sehr gute Mischung aus ihren letzten beiden Alben. Die Songs
      wurden in verschiedenen musikalischen Variationen dargeboten, ob mit oder
      ohne Streicher, bzw. Klavier. Meist saß sie jedoch am Klavier und versprühte
      ihre positive Energie. Mit dieser tollen Stimme ausgestattet wirken die Songs
      sehr berührend und präsent. Schon ihr vorletztes Album von 2014 war ein
      Glanzstück. Songs wie "Dezemberkind", "Vom Suchen und Finden",
      "Wir sind hier" oder Glück" waren in Bochum auf der Setlist. Das letzte
      Album steht dem nicht nach. "Wunderfinder", "Herz aus zweiter Hand" oder
      "Medizin" sind neue Perlen ihres kreativen Schaffens. Zwischendurch wehte
      immer mal wieder ein Duft ihrer Wahlheimat Berlin durch die Christuskirche,
      wie bei "Ich bleibe".

      Es sind Geschichten, die das nicht immer rosarote Leben schreibt. In Berlin
      zieht sie immer wieder um, um diese Themen draußen aufzufangen. Die
      Anfänge dort waren allerdings nicht leicht. Sie jobbte u. a. als Flugbegleiterin
      in kleinen Privatjets, traf neben "hochkriminellen Leuten" (spontaner Sonder-
      applaus) auch so spannende Menschen wie Sting oder Zubin Metha traf. Mit
      der Ukulele komponierte sie damals ihren Song "Meine Moleküle", genauso
      in Bochum mitten im Publikum gespielt. Heute sucht sie ihre Themen auf
      dem Alexanderplatz oder im ÖPNV der Hauptstadt. Das Leben führt manch-
      mal traurig Regie. Es sind Lebensgeschichten von Menschen, die oft nicht
      das Glück im Überfluss genießen dürfen. Sie sind dement, haben ein neues
      Herz bekommen oder sind schlicht einsam. Selbst ihren Zwischentexten
      sollte man genau lauschen. Sie hat viel Nachdenkliches zu erzählen.

      Alexa Feser philosophierte über das Leben und das danach. Das Alter nagt,
      ihrer Meinung nach, an ihr. Als langjähriger Single musste sie sich doch mal
      einen Partner suchen. Das Zwischenmenschliche spielt bei ihr eine große
      Rolle. Selber sieht sie sich zu je 50% als Gefühls- und Kopfmensch. Auf der
      Bühne ist sie aber eine sehr gefühlvolle Musikerin, die jede Textzeile wirklich
      fühlt und mitgeht. Spielt sie mal nicht Klavier und steht vor dem Publikum,
      zeichnet sie ihren Text mit den Händen wie ein Dirigent nach. Sie ist zu
      hundert Prozent das was sie singt, völlig authentisch. Ihren wunderbaren
      Texten lauscht man in der Akustikversion ganz besonders, zumal das Licht
      sehr reduziert und passend abgestimmt war. Am Ende gab es als letzte
      Zugabe "Das Gold von morgen", Hoffnung für alle die, die das Glück suchen.

      Es war ein wirklich besonderes Konzert der Extraklasse in einer ganz feinen
      Atmosphäre.

      Eine neue Single erscheint im Herbst 2018. Ein neues Album ist für Anfang
      2019 geplant. Es ist bereits alles fertig geschrieben.

      Datum: 18. April 2018

      www.christuskirche-bochum.de
      alexafeser.de