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      Das Museum DKM in Duisburg zeigt in der Ausstellung „TiefenZeit. TOM
      FECHT“ beeindruckende Fotografien des Künstlers, die über das sonst sichtbare
      Maß des menschlichen Sehens hinaus gehen.

      Tom Fecht (geb. 1952) ist ein Beobachter, der weiter denkt als nur ein schönes
      Motiv zu suchen. Seit 2008 beschäftigt er sich als Autodidakt mit der Nachtfoto-
      grafie. Hauptarbeitsort ist für ihn Finistère an der französischen Atlantikküste,
      ein sehr unberührter Küstenstreifen quasi am Ende der Welt erhöht über dem
      Meer. Hier treffen der Golf von Biskaya und der Ärmelkanal aufeinander.
      180 km/h Windgeschwindigkeit ist dort keine Seltenheit. Entsprechend rau ist
      die See. Mit einer Tausendstel Sekunde hält er diese Momente fest. Die Motive
      wirken so düster und bedrohlich und dabei gestochen scharf. Naturphänomene
      wie Wind, Blitze, Wellenbewegungen, Mondphasen, Schwerkrafteffekte, die
      Gezeiten oder das ganz besondere Licht inspirieren ihn besonders. Teilweise
      blickt er auch einfach ins Dunkle, belichtet drei bis vier Stunden und fängt so
      prähistorisches Licht als Sternenrauschen ein. Dabei benutzt er gerne 30 bis 40
      Jahre alte Silbergelatine-Filme. Die wesentlich mehr abbilden können als
      moderne Digitalkameras. So zieht er das Tiefenlicht aus dem Dunkel der Nacht.
      Ganz nebenbei war er damals von den Apollo-Missionen sehr beeindruckt und
      eine gewisse philosophische Ader ist ihm nicht abzusprechen.

      Als Fotograf sieht er sich nicht. Er spielt mit Begriffen Endlichkeit und Unend-
      lichkeit. Die Quantenphysik spielt bei seinen Bildideen eine wichtige Rolle. Wo
      entspringen die Blitze am Horizont und wo enden sie? Grenzerfahrungen im
      Umgang mit Fotografie stehen im Mittelpunkt. Das nächtliche Mondlicht kringelt
      sich kontrastreich auf der schwarzen See und zeigt so die Erdbewegung. Es
      sind sehr spezielle Fototechniken, die der normale Fotoamateur nicht wirklich
      versteht. Die Ergebnisse sind aber wirklich faszinierend. Es sind Visionen der
      Erdgeschichte voller Seele und Poesie, die im übertragenen Sinn die Imagination
      unseres Alltags zeigen, das Dahinter. Tom Fecht ist eine Art Fotopionier der
      Neuzeit, der große Formate bevorzugt.

      Zu sehen sind sehr schöne Arbeiten aus verschiedenen Serien vier Räumen,
      alles Unikate. Das Museum DKM hat dafür sogar den größten Raum des
      Hauses frei geräumt.

      Laufzeit: 5 Mai bis 3. Dezember 2017

      www.museum-dkm.de