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51. Essen Motor Show 2017 in der Messe Essen - Elekromobilität
Wenn man genau hinschaut, finden sich auf der "Essen Motor Show" auch neue und interessante Fahrzeuge, die auf Wasserstoff- oder E-Antrieb setzen. Der Trend ist nicht zu übersehen, allerdings noch sehr ausbaufähig.

Skoda präsentiert den "CITIGOe iV", der ab 20.000 Euro angeboten wird. Die Reichweite von rund 250 km ist allerdings noch nicht das Ende der Träume. Marktführer bei E-Fahrzeugen in Europa ist der Renault "Zoe". Ab 22.000 Euro soll er zu haben sein. Mit Rabatt und staatlichen Steuererleichterungen soll er schon unter 10.000 Euro zu bekommen sein. Dieses Modell hat schon ein paar Jahre Erfahrung hinter sich und ist ausgereift. Neu hingegen ist der "Italodesign DaVinci", eine rassige Limousine mit E-Antrieb. Mit 95 km Reichweite kommt der "Rinspeed Microsnap" daher. Er besteht einfach konstruiert aus zwei Teilen. Ein Lieblingsobjekt der Tuner ist bereits Tesla mit seinen Fahrzeugen. Neuste Modelle sollen bis zu 1.000 km ohne aufzuladen schaffen.

Volkswagen hat angekündigt, seine Zukunft im E-Antrieb zu suchen. Das präsentieren sie auch auf der Messe. Als Eyecatcher fällt natürlich ihr Rennbolide "ID.R" auf. Er hat schon einige Rekorde aufgestellt. Rund 680 PS bringen ihn auf 270 km/h. Nach sechs Minuten muss dann allerdings wieder Strom getankt werden. Als Standart gilt an Schnellladesäulen mit Gleichstrom mittlerweile, dass man 80% der Batterie in 15-20 Minuten aufladen kann. Das gilt dann auch für das massentaugliche Modell von Volkswagen, den "ID.3", der als zeitnahe Studie zu bewundern ist. Er ist quasi der neue Golf. 420 km Reichweite sind auf jeden Fall ein Anfang, 30.000 Euro plus Sonderausstattung aber auch kein Schnäppchen.

Als Standart gilt bei neuen E-Autos eine Reichweite in Realfall von 300 bis 500 km. Große Hersteller kaufen die Batterien nach acht bis zehn Jahren die Batterien zurück und geben Garantie. Mit 75% der anfänglichen Batterieleistung lässt sich kein Auto mehr zuverlässig fahren. Mit der Zeit werden neue Batterien aber immer kompakter und leistungsstärker. Alte Batterien lassen sich heute bereits zu 98% recyceln. Es gibt nur noch nicht genug, um es im großen Rahmen anzubieten. Reparaturen halten sich konstruktionsbedingt sowieso in Grenzen. Eine Jahresinspektion wird auf 80,- Euro geschätzt. Das Netz der Stromtankstellen soll schon so gut sein, dass man, unterwegs in Westeuropa, nicht lange nach einer Säule suchen muss. Eine eigene Ladesäule in der Garage soll 1.000 Euro kosten, die zu 50% staatlich gefördert werden.

Wie komme ich nun an Ökostrom? Strom ist Strom, wenn er aus einer Steckdose oder Ladesäule kommt, egal welchen Tarif man bucht. Die Photovoltaikanlage zu Hause liefert zwar die gewünschte Elektrizität, hat allerdings auch bürokratische Hindernisse, um mit wirklich eigenem Strom sein Auto autark zu betanken. Solange die nicht beseitigt sind, wird wohl kein Boom einsetzen. Einzelne Experten erwarten allerdings sehr optimistisch, dass der Anteil der E-Fahrzeuge in fünf Jahren bei 20-30% liegen soll (heute 0,1%).

Bleibt noch die Frage nach dem Wasserstoffantrieb. Auf der Messe ist der Hyundai "Nexo" wahrscheinlich das einzige Fahrzeug dieser Antriebsart. Mit 76.000 Euro ist auch nicht ganz günstig. Die wahren Produktionskosten pro Fahrzeug liegen allerdings noch weitaus höher, sodass Hyundai bei diesem Modell Verluste schreibt. Für den Kunden bringt das Auto ebenfalls keine Ersparnis zum Verbrennungsmotor. Etwa einen Liter Wasserstoff auf 100 Kilometern kann man als Verbrauch rechnen. Das klingt zunächst gut. Der Preis für Wasserstoff ist jedoch mit 9,50 Euro je Liter festgesetzt.

Die Zeit wird zeigen, wie schnell sich die neuen Antriebe durchsetzen. Die Mehrheit der Experten auf der Messe ist eher skeptisch, sprechen von Jahrzehnten. Als Beispiel führt man die damalige Entwicklung von Pferdewagen zum Serienauto an. Soll man ganz neue Modelle konzipieren oder bestehende Modelle auf E-Antrieb technisch umarrangieren? Die Hersteller experimentieren noch, welchen Weg sie gehen möchten, volles Risiko, wie bei VW, oder weniger mutige Gedanken, wie bei Mercedes oder BMW. Das Ausland ist oft schon viele Schritte weiter. Es ist nicht auszuschließen, dass mindestens ein großer, deutscher Autohersteller dabei in Schieflage gerät. Die letzten Mitteilungen von Audi lassen nichts Gutes ahnen.

Nur am Rande! Der kleine weiße Roboter in der zweiten Bildreihe ist eine Entwicklung, die mit rund 2.000 möglichen Funktionen u. a. in Altenheimen ihren Dienst tut, um den Bewohnern Entertainment und verbal-soziale Aspekte zu bieten. Der Gesprächspartner Mensch wird in der Pflege zu teuer. Der Roboter kostet rund 32.000 Euro.

Datum: 30. November bis 8. Dezember 2019

Bericht 1. Teil
www.essen-motorshow.de