abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Wenn man genau hinschaut, finden sich auf der "Essen Motor Show" auch
      neue und interessante Fahrzeuge, die auf Wasserstoff- oder E-Antrieb
      setzen. Der Trend ist nicht zu übersehen, allerdings noch sehr ausbaufähig.

      Skoda präsentiert den "CITIGOe iV", der ab 20.000 Euro angeboten wird. Die
      Reichweite von rund 250 km ist allerdings noch nicht das Ende der Träume.
      Marktführer bei E-Fahrzeugen in Europa ist der Renault "Zoe". Ab 22.000
      Euro soll er zu haben sein. Mit Rabatt und staatlichen Steuererleichterungen
      soll er schon unter 10.000 Euro zu bekommen sein. Dieses Modell hat schon
      ein paar Jahre Erfahrung hinter sich und ist ausgereift. Neu hingegen ist der
      "Italodesign DaVinci", eine rassige Limousine mit E-Antrieb. Mit 95 km Reich-
      weite kommt der "Rinspeed Microsnap" daher. Er besteht einfach konstruiert
      aus zwei Teilen. Ein Lieblingsobjekt der Tuner ist bereits Tesla mit seinen
      Fahrzeugen. Neuste Modelle sollen bis zu 1.000 km ohne aufzuladen
      schaffen.

      Volkswagen hat angekündigt, seine Zukunft im E-Antrieb zu suchen. Das
      präsentieren sie auch auf der Messe. Als Eyecatcher fällt natürlich ihr Renn-
      bolide "ID.R" auf. Er hat schon einige Rekorde aufgestellt. Rund 680 PS
      bringen ihn auf 270 km/h. Nach sechs Minuten muss dann allerdings wieder
      Strom getankt werden. Als Standart gilt an Schnellladesäulen mit Gleich-
      strom mittlerweile, dass man 80% der Batterie in 15-20 Minuten aufladen
      kann. Das gilt dann auch für das massentaugliche Modell von Volkswagen,
      den "ID.3", der als zeitnahe Studie zu bewundern ist. Er ist quasi der neue
      Golf. 420 km Reichweite sind auf jeden Fall ein Anfang, 30.000 Euro plus
      Sonderausstattung aber auch kein Schnäppchen.

      Als Standart gilt bei neuen E-Autos eine Reichweite in Realfall von 300 bis
      500 km. Große Hersteller kaufen die alten Batterien nach acht bis zehn
      Jahren zurück und geben Garantie. Mit 75% der anfänglichen Batterielei-
      stung lässt sich kein Auto mehr zuverlässig fahren. Mit der Zeit werden neue
      Batterien aber immer kompakter und leistungsstärker. Alte Batterien lassen
      sich heute bereits zu 98% recyceln. Es gibt nur noch nicht genug, um es im
      großen Rahmen anzubieten. Reparaturen halten sich konstruktionsbedingt
      sowieso in Grenzen. Eine Jahresinspektion wird auf 80,- Euro geschätzt.
      Das Netz der Stromtankstellen soll schon so gut sein, dass man, unterwegs
      in Westeuropa, nicht lange nach einer Säule suchen muss. Eine eigene
      Ladesäule in der Garage soll 1.000 Euro kosten, die zu 50% staatlich
      gefördert werden.

      Wie komme ich nun an Ökostrom? Strom ist Strom, wenn er aus einer Steck-
      dose oder Ladesäule kommt, egal welchen Tarif man bucht. Die Photovoltaik-
      anlage zu Hause liefert zwar die gewünschte Elektrizität, hat allerdings
      auch bürokratische Hindernisse, um mit wirklich eigenem Strom sein Auto
      autark zu betanken. Solange die nicht beseitigt sind, wird wohl kein Boom
      einsetzen. Einzelne Experten erwarten allerdings sehr optimistisch, dass
      der Anteil der E-Fahrzeuge in fünf Jahren bei 20-30% liegen soll (heute 0,1%).

      Bleibt noch die Frage nach dem Wasserstoffantrieb. Auf der Messe ist der
      Hyundai "Nexo" wahrscheinlich das einzige Fahrzeug dieser Antriebsart. Mit
      76.000 Euro ist auch nicht ganz günstig. Die wahren Produktionskosten pro
      Fahrzeug liegen allerdings noch weitaus höher, sodass Hyundai bei diesem
      Modell Verluste schreibt. Für den Kunden bringt das Auto ebenfalls keine
      Ersparnis zum Verbrennungsmotor. Etwa einen Liter Wasserstoff auf 100
      Kilometern kann man als Verbrauch rechnen. Das klingt zunächst gut. Der
      Preis für Wasserstoff ist jedoch mit 9,50 Euro je Liter festgesetzt.

      Die Zeit wird zeigen, wie schnell sich die neuen Antriebe durchsetzen. Die
      Mehrheit der Experten auf der Messe ist eher skeptisch, sprechen von Jahr-
      zehnten. Als Beispiel führt man die damalige Entwicklung von Pferdewagen
      zum Serienauto an. Soll man ganz neue Modelle konzipieren oder besteh-
      ende Modelle auf E-Antrieb technisch umarrangieren? Die Hersteller experi-
      mentieren noch, welchen Weg sie gehen möchten, volles Risiko, wie bei
      VW, oder weniger mutige Gedanken, wie bei Mercedes oder BMW. Das
      Ausland ist oft schon viele Schritte weiter. Es ist nicht auszuschließen,
      dass mindestens ein großer, deutscher Autohersteller dabei in Schieflage
      gerät. Die letzten Mitteilungen von Audi lassen nichts Gutes ahnen.

      Nur am Rande! Der kleine weiße Roboter in der zweiten Bildreihe ist eine
      Entwicklung, die mit rund 2.000 möglichen Funktionen u. a. in Altenheimen
      ihren Dienst tut, um den Bewohnern Entertainment und verbal-soziale
      Aspekte zu bieten. Der Gesprächspartner Mensch wird in der Pflege zu teuer!
      Kosten für den Roboter: rund 32.000 Euro.

      Datum: 30. November bis 8. Dezember 2019

      Teil 1 des Berichts
      www.essen-motorshow.de