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      Bob Dylan ist einer der Großen der Musikgeschichte, der noch unter und weilt.
      Trotzdem ist er bereits eine Legende. Mit dem szenischen Konzert „Dylan. A
      Tribute“ von und mit Jürgen Sarkiss ließ das Theater Oberhausen diese Legende
      musikalisch sehenswert hochleben. Wer ist dieser weltbekannte Literatur-
      Nobelpreisträger?

      Zunächst zeigte ein Film das Making of des Abends, seltene Blicke hinter die
      Kulissen. Dann verlas Markus Henkel die Begründung des Nobelpreis-Komitees
      für die Vergabe der Auszeichnung an Bob Dylan auf Deutsch. Schnell war
      damals klar, dass Dylan kein Singer-Songwriter von der Stange war. Der Poet
      unter den Musikern fiel durch seinen erhabenen Sprachstil auf, obwohl es
      eigentlich oft alltägliche Dinge sind, die er in Töne packt. Die Bühne ist für ihn
      ein Allheilmittel für Musiker, um die Gedanken und Kompositionen zu präsen-
      tieren. Eigentlich mag er sie gar nicht so sehr. Das erklärt vielleicht auch sein
      Fernbleiben in Oslo. Während des Abends erfuhr man noch mehr über ihn.
      Lieber singt er vor einer verschmelzenden Masse von 50.000 als vor 50 Zuschau-
      ern. Damals träumte er davon seine Songs auf der Straße oder in kleinen Clubs
      zu singen, ggf. mal eine Platte aufzunehmen. Er fragt sich selbst, ob seine
      Songs wirklich Literatur sind. Seine Festrede von Oslo wurde ebenfalls ins
      Deutsche übersetzt. Der Mensch und Musiker Dylan wurde an diesem Abend
      dem Publikum interessant näher gebracht.

      Musikalisch war er Abend ein Genuss Es waren in der Regel nicht die großen
      und bekannten Songs, die dargeboten wurden. Jürgen Sarkiss zeigte mal
      wieder, dass er nicht nur ein toller Schauspieler ist, sondern auch ein leiden-
      schaftlicher Musiker. Er schlüpfte mühelos in die Rolle von Bob Dylan und
      ahmte seinen besonderen Gesangsstil sehr gut nach. Gesanglich wurde er
      richtig gut unterstützt von Susanne Burkhard und Janna Horstmann aus dem       Ensemble. Beide konnten durch ihre Stimmen und Auftritte voll überzeugen, ob
      bei leisen oder ordentlichen rockigen Songs und im Duett mit Jürgen Sarkiss.
      Man merkte, dass alle Akteure Spaß auf der Bühne hatten. Inhaltlich ging es
      natürlich um das Thema der Liebe, aber auch um den Tod. Dylan fängt banal-
      alltägliche Dinge des Lebens auf und verpackt sie sehr poetisch. Dabei ist ihm
      der Rhythmus eigentlich egal. Es kommt ihm hauptsächlich auf den Text an.
      Trotzdem vernahm man ganz viel Blues, Folk, Rock und einmal sogar beinahe
      einen Hauch von Chanson. Dylan ist vielseitig. Der Master of ceremony, Peter
      Engelhardt an der Lead-Gitarre, und seine drei musikalischen Bandkollegen
      Volker Kamp, Stefan Lammert und Oliver Siegel zauberten mit Gitarren, Schlag-
      zeug, Posaune, Akkordeon, Cello, Kontrabass, Klavier oder Keyboard besten
      Folk-Sound auf die Bühne.

      Zu den 23 dargeboten Songs gehören u. a. „Desolation Row“, „Ballad of Holli
      Brown“, „Man in the long black coat“, „Things have changed“, „Master of war“,
      „Ain't talkin“, „You're gonna make me lonesome when you go“, „I want you“,
      "It ain't me baby“ oder als letzte Zugabe natürlich grandios „Like a rolling stone“.
      Einige Songs werden filmisch unterstützt, manche mit hellen Spots und andere
      in im gedimmten Licht präsentiert. Es herrschte auf der Bühne eine feine
      Konzertatmosphäre, wie man sie vermutlich auch bei einem Dylan-Konzert in
      einem Club in New York antreffen würde. Nach gut zwei Stunden ohne Pause
      konnten die älteren Zuschauer in Erinnerungen schwelgen, während die jüngeren
      ein Stückchen klüger nach Hause gingen. Es war ein klasse Abend mit richtig
      guter Musik.

      Datum: 18. März 2017 (Premiere)

      www.theater-oberhausen.de