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      Mit dem sehenswerten Schauspiel „Das Maß der Dinge“ von Neil LaBute zeigt
      das Theater Oberhausen ein doppeltes Beziehungsdrama mit inhaltlich künst-
      lerischer Note. Das 4-Personen-Stück zweier Paare wird schauspielerisch
      wirklich gut im Malersaal dargestellt. Regie führte Andrea Loibner.

      Alles beginnt in einem Kunstmuseum. Die Kunststudentin Evelyn (Lise Wolle)
      möchte den verhüllten Penis einer Skulptur mit einem farbigen Fallus aktion-
      istisch übermalen. Der Angelistik-Student Adam (Eike Weinreich) versucht als
      Saaldiener sie vergeblich daran zu hindern. Sie gibt ihm vorher aber noch ihre
      Telefonnummer. Das große Verhängnis beginnt. Mit dabei sind auch noch
      Adams Freund Philip (Moritz Peschke) und seine Freundin Jenny (Angela
      Falkenhan). Man trifft sich und ist eher selten einer Meinung. Selbst bei Philip
      und Jenny, die eigentlich heiraten wollen, gibt es Meinungsverschiedenheiten.
      Philip hält sich nicht nur für besonders attraktiv, sondern macht bei Niederlagen
      gerne auf cool, nicht seine einzige Macke. Evelyn hat sich den schluffigen und
      schüchternen Adam als ihr Objekt ausgesucht, das sie nach und nach formt.
      Haare, Nase, Brille, die Ernährung, die recht üppige Körperform und die Kla-
      motten verändern sich zum Positiven. Für einen bestimmten Moment soll er
      perfekt sein, so ihr Plan. Selbst sein neues und schickes Designerrad trägt den
      lässigen Namen „Flip Flop“. Sie gibt beziehungstechnisch alles, immer mit der
      Warnung an ihn, dass „Liebe“ ein großes Wort sei. Evelyn muss ihn gar nicht
      zwingen, denn er bewegt sich fast automatisch in die von ihr gewünschte
      Richtung. Auch innerlich verändert sich Adam, moralische Fehltritte inklusive.

      Unbewusst lässt Adam sich quasi umprogrammieren und genießt seine neue
      Attraktivität. Mit der Zeit werden die vier immer geschwätziger miteinander.
      Indiskretionen machen die Runde und Freundschaften zerbrechen. Dabei führt
      Evelyn das Zepter. Sie führt clever und kühl die Regie. Täuschung und Verrat
      gehören für sie zum Wesen des Künstlers. Was ist aber wichtiger, die Liebe
      oder die Kunst? Die Vorstellung ihrer Diplomarbeit schafft letztendlich Klarheit.

      Datum: 17. März 2017 (Premiere)

      www.theater-oberhausen.de