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'Ne Dame werd ich nie' im Parkbanktheater an der Niebuhrg in Oberhausen
Nach dem Drive-In-Theater präsentiert das Theater an der Niebuhrg in Oberhausen nun die neuste kreative Innovation in Sachen Corona-Alternativen. Das Parkbanktheater ist sonst bekannt als das Gartentheater. Nun haben hier hundert Besucher Platz, ganz gemütlich auf Bänken und Paarsitzern aus Holz, natürlich ganz entspannt ohne Maskenball auf den Bänken oder auf der Bühne. Eine klasse Idee!

Da im großen Saal der Niebuhrg unter Corona-Bedingungen nur etwa 37 Leute hinein dürften, was für ein Privattheater nicht wirtschaftlich ist, hat man das Programm bis zum Herbst nach draußen verlegt und kreative Sitzmöglichkeiten mit vorgeschriebenem Abstand aufgestellt. Eine tolle Idee, auch wenn hier eigentlich 300 Menschen Platz gehabt hätten. Geboten werden u. a. Musicals, Kinderstücke, Theater und Gastspiele. Getränke werden vor Ort angeboten. Ein ansonsten bei Landwirten gefürchteter trockener Sommer hätte hier einige Vorteile.

Als eine der ersten Veranstaltungen hieß es "Ne Dame werd ich nie". Moderator Thomas Schiffmann und seine drei Nicht-Damen Nina Barton, Laura Albert und Susanne Starzak legten einen klasse Abend auf die Bühne. So fühlt sich ein gelungener Theaterabend an, nur dass der Mond im Bühnenbild echt war. Musikalisch war es eine sehr gute Mischung aus Chanson, Swing und etwas Schlager. Thomas Schiffmann führte passend ins Thema ein. "Frauen regieren die Welt" lautete sein Motto. Das Verhältnis von Frauen zu Männern ist wahrlich nicht einfach. Man zieht sich gegenseitig an und doch ist man so verschieden. So stand die große Liebe, als auch die bittere Enttäuschung auf der Bühne. Selbst der Freitod aus unerfüllter Liebe wurde als wunderbarer Monolog von Laura Albert aus "Dantons Tod" vorgetragen. Sie stand bereits mit Götz Alsmann und anderen Größen des Showgeschäfts auf der Bühne und war der heimliche Star des Abends. In Oberhausen changierte sie mühelos und ganz zauberhaft zwischen Deutsch, Englisch und Französisch. Letzteres eignet sich für Chansons besonders gut. Melodien von Charles Aznavour, Edit Piaf oder Gilbert Becaud waren ein Muss in dem sehr bemerkenswerten Programm.

Es gab viele schöne Melodien. "Bang Bang", von Nancy Sinatra, "Fly me to the moon", von ihren Vater Frank, oder der Soundtrack von "Skyfall" waren ebenso dabei wie zahlreiche Songs von Hildegard Knef, wunderbar vorgetragen von Susanne Starzak. Laura Albert spielte mit ihrer musikalischen Vielfalt. Zwei Melodien aus der Operette "Frau Luna", darunter "Lass den Kopf nicht hängen", waren darunter. Mancher Song ist eben wie geschrieben für diese Zeit. Dazu passen auch die Songeinlagen von Nina Barton wie z.B. "Wunder gibt es immer wieder" oder "Ein Lied kann eine Brücke sein". Natürlich durfte sich auch Thomas Schiffmann als der Hahn im Korb zwischendurch mal gesanglich präsentieren. Ganz verstecken müssen sich die Herren vor ihren Partnerinnen dann doch nicht.

Viel Applaus war der verdiente Lohn für diese tolle Theateridee und den sehr schönen Abend. Die gute Stimmung im Parkbanktheater ist wohltuend für gebeutelte Künstler, private Theaterschaffende und das Publikum. Man braucht sich gegenseitig unabdingbar. So findet man gelungen zusammen. Ein großes Lob an Theaterchef Holger Hagemeyer und sein Team.

"Ne Dame werd ich nie" wird vom 5.-7. Juni mit weiteren Aufführungen im Parkbanktheater zu erleben sein.

Auf der Webseite der Niebuhrg ist ein Video des Musicalabends von 31. Mai 2020 im Parkbanktheater in voller Länge zu erleben, um mal Stimmung und Atmosphäre mitzubekommen.

Datum: 1. Juni 2020

niebuhrg.de