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      Sarah Connor schwimmt auf einer Erfolgswelle. Ihr Album „Muttersprache“ hält
      sich nach über 40 Wochen noch immer gut in den Top 20 der deutschen Album-
      Charts und für ihre Tour können die größten Hallen nicht groß genug sein. Die
      Arena Oberhausen war restlos ausverkauft, bis unter das Dach. Die gut 10.000
      Fans erlebten ein fantastisches Konzert einer großen Sängerin mit ihrer ebenso
      guten Band.

      Eigentlich ist ihre Bühne gar nicht für solch große Hallen ausgelegt. Sie braucht
      keine fliegenden Vehikel oder kommt auch nicht von der Decke hinunter. Ein
      wenig schönes Licht und eine mittelgroße, schön bespielte LED-Wand mit zwei
      Seitenablegern genügen ihr. Trotzdem, oder gerade deswegen schaffte sie es,
      die große und sonst wenig atmosphärische Arena in eine kuschelige Halle mit
      viel Atmosphäre zu verwandeln. Flott begann sie mit „Halt mich“ und „Anorak“.
      Schon mit den ersten Songs hatte sie das Publikum durch ihre nicht aufge-
      setzte und sehr sympathische Persönlichkeit gewonnen. Spontan gab es sogar
      ein Selfie mit einem Fan auf der Bühne. Kleine Anekdoten gab sie zum Besten.
      So ist „meine Insel“ ihrer besten Freundin Pelle geschuldet.

      Natürlich stand ihr aktuelles Album im Vordergrund. Sie selbst sieht sich aber
      schon als Oma im Geschäft und präsentierte einige alte Songs wie „From Sarah
      with love“, „Bounce“ oder „Zero to hero“. Die alten Fans sangen natürlich gerne
      mit und tanzten. Ihre neuen Sachen klingen heute spürbar anders und reifer.
      Besonders die sehr ruhigen Titel, nur mit einem Gitarristen oder leise vorgetra-
      gen, zauberten Gänsehaut in die Halle. „Wie geht glücklich“ oder „Das Leben ist
      schön“ sind live ein besonderer Genuss. Gregor Meyles Song „Keine ist wie du“
      war ebenfalls Zucker. Da lauschte man gerne gebannt.

      Sarah Connor ist musikalisch und stimmlich unheimlich vielseitig, von ruhigen
      Balladen bis hin zu fetzigen Tanznummern. Sie hat eine tolle Soul-Stimme,
      kann aber auch leise Jazz-Anklänge gut auf die Bühne bringen. Auf jeden Fall
      gab es auch die Songs, auf die jeder gewartet hatte. „Wie schön du bist“,
      „Kommst du mit ihr“ oder „Bedingungslos“ hatten einen lauten Frauenchor in der
      Halle zur Folge. Das Publikum war immer sehr textsicher und sang gerne mit.
      Am Ende erklangen „Mein König“, eine Hommage an ihren Mann, und ihre
      heimliche neue Hymne „Augen auf“, Klartext gegen Rassismus und Fremden-
      feindlichkeit.

      Sarah Connor kommt nicht nur optisch, mit einer Jeans und lockeren Acces-
      soires, sehr bodenständig rüber. Sie braucht keine Showtänzer oder Akrobaten,
      sondern wippt locker über die Bühne, mit einer großen Stimme ausgestattet.
      Sarah war der besondere Spezial-Effekt des Abends. Sie strahlt eine große
      Persönlichkeit aus, unterstützt von einer klasse Band. Auch das nicht zu sehr
      aufdringliche Bühnenbild unterstützte ihren Auftritt sehr positiv. Ein allseits sehr
      stimmiges und atmosphärisches Konzert.

      Wer noch Restkarten der „Muttersprache“-Tour ergattern kann, der sollte nicht
      lange überlegen.

      Datum: 12. März 2016

      www.semmel.de