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      Das 41. Comedy Arts Festival in der Festivalhalle in Moers glänzt mit wirklich
      tollen Künstlern und guter Stimmung. Der Festivalfreitag konnte sich
      sehen lassen.

      Durch das Programm führte hervorragend der Berliner Archie Clapp. Er hatte die
      Halle gleich im Griff, ohne vor makaberem Humor zurück zu schrecken. Nicht
      nur die Magier bekamen bei ihm ihr Fett weg. Die Desillusion ist sein Ding.
      Auf dem Kopf trägt er schließlich ein Einhorn aus Eigenhaar und nackte Haut
      war ihm nicht fremd. Die Plauze war natürlich aufgespitzt, um sich dem
      Publikum anzupassen. Sein Humor kam an, auf den Punkt und schlagfertig.
      Als herausragender Entertainer der besonderen Art war er der klasse rote Faden
      des Abends.

      Als Eisbrecher fungierten die Italiener von dem Duo Microband. Italienische
      Musik mit kreativer Instrumentenbehandlung war ihre Spezialität. Ein Geigen-
      bogen kann auch mal einen andren Bogen, eine Trompete oder einen Luftballon
      streichen. Trotzdem erkannte man alle bekannten Melodien, bis hin zu
      "Azzurro". Doch wem gehörte eigentlich welche Geige? Sie spielten selbst auf
      winzigen Gitarren. Ihre kreative und gekonnte Art von Musik kam an.

      Mit Oropax folgte ein Duo aus Süddeutschland. Sie kennen das Festival von
      frühren Auftritten. Schon damals begeisterten sie das Publikum. 2017 war das
      nicht anders. Wortspiele waren ihr Ding. Da genügte ein Stichwort und ein
      schräger Dialog suchte sich seinen Weg. Im Erotikseminar bekamen sie die
      Note "befriedigend". Lässt man im Deutschen die Vorsilbe "ver" weg, kommen
      herrlich komische Dialoge zustande. Eine Flasche Wein lässt sich leeren, auch
      wenn man nur ein Glas trinkt.

      In der Pause präsentierte draußen Ulik seine Robotic Drum Show. Ein
      Industrieroboter diente ihm als Dialogpartner. Zum Leben erweckt, musste er
      sich ihm fügen. Sein Greifarm diente Ulik als große Trommel, egal in welcher
      Körperposition. Ihm wurde im Rahmen des Abends der Moerser Comedypreis
       2017 verliehen.

      Drinnen wurde es anschließend klassisch gepaart mit Humor. Der kanadische
      Musiker Christopher Hall war extra aus seiner Heimat eingeflogen und hatte das
      Metamorphosen Quartett aus Düsseldorf und Köln um sich gesellt. Mit diesem
      Streichquartett ging die Reise durch Welt der Klassik, von Mozart, über Bach
      und Brahms bis hin zu Beethoven. Alle erwiesen sich als sehr gute Musiker an
      Violine, Bratsche, Bass oder Klarinette. Man lauschte gerne den schönen
      Klängen, die mit humorvollen Elementen garniert wurden. Was denkt ein
      Musiker, während er eine ausgetretene Hitmelodie Mozarts zum zweihunderts-
      ten Mal spielt? Warum tragen klassische Musiker immer schwarze Klamotten?
      Bekommt man die Handynummer der ersten Violine? Selbst Jazz lässt sich
      ganz klassisch spielen. Das Publikum erwies sich in Moers sogar als Kenner.
      Bekannte Melodien wurden angespielt, um sie selbst weiter zu singen oder zu
      summen. Man kannte sich aus. "Freude schöner Götterfunken" klang ziemlich
      beeindruckend, gesummt vom Publikum. Hut ab, hier saß jede Menge
      Kulturpublikum.

      Nach einer Feuershow draußen in der Pause lieferten The Flying Dutchmen aus
      den Niederlanden und Kanada das tolle Finale ab. Eine Besucherin, speziell
      attraktiv von den Künstlern ausgesucht, musste sich mittels Jonglage eine
      Zigarette von den Lippen schießen lassen. Auf ihren bis zu drei Meter hohen
      Einrädern jonglierten sie mit brennenden Fackeln. Auch ihr Humor passte
      verbal und mimisch klasse zum Abend. Sie lieferten eine super Show zum
      Abschluss.

      Es war ein richtig runder Abend mit hochkarätigen, internationalen Gästen und
      anspruchsvoller Comedy. Ein abschließender Dank gilt allen ehernamtlichen
      Helfern, ohne die das Festival so nicht möglich wäre.

      Datum: 15. September 2017

      www.comedyarts.de