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      40 Jahre und kein bisschen leise. Das ComedyArts Festival in Moers feiert
      seinen runden Geburtstag mit vielen sehr guten Gästen. Die internationale
      Szene gab sich die Klinke in die Hand, oft tolle Künstler, die man hier so oft
      nicht sieht.

      Der Freitag wurde sehr unterhaltsam und ausgezeichnet von Ingo Oschmann
      moderiert. Er versteht es sein Publikum mitzunehmen. Für ihn war es eine wirk-
      lich Ehre, hier moderieren zu dürfen. Schon als Kind saß er im Publikum und
      trat vor knapp zehn Jahren auch schon mal auf. Es war für ihn eine Herzens-
      angelegenheit. Natürlich waren die ersten Reihen relativ gefährlich, was unfrei-
      willige Bühnenauftritte betraf, aber niemand wurde bloß gestellt. Dabei gab er
      ebenfalls seine Zauberkünste zum Besten und entfesselte sich innerhalb
      weniger Sekunden.

      „The Bombastics“ waren die richtigen Einheizer des Abends. Die drei sehr guten
      Musiker können auch ordentlich komisch sein. Mit Kontrabass, Ukulele und
      Akkordeon gaben sie professionelle Folkmusik mit komischen Momenten zum
      Besten. Dabei verkörperten sie verschiedene Charaktere, einen Clown am Bass,
      einen „Dylan“-Parodisten an den kurzen Saiten und eine dicke Lustige an den
      Tasten. Die Mischung passte hervorragend. Teilweise fühlte man sich im tief-
      sten Russland, im temperamentvollen Spanien oder in der Prämie. Das
      Publikum hatte seinen Spaß.

      Mit Martin Fromme folgte ein Kabarettist, der als Behinderter hervorragend
      Witze oder andere Behinderungen machen konnte und auch durfte. Schon eine
      Brille ist eine Behinderung. Seine Wortspiele waren köstlich. „Eine Hand wäscht
      die andere“ passt beim nicht wirklich, denn ihm fehlt ein Unterarm. Die Weisheit,
      dass Lügen kurze Beine haben, trifft bei Oscar Pistorius dagegen sehr wohl zu.
      Schön auch zu hören, wie die Presse unbedacht über die Paralympics geschrie-
      ben hat. Fromme nimmt übrigens Contergan, damit der Arm nicht wieder
      wächst. Er traute sich was, aber immer mit einem sehr humorvollen Augen-
      zwinkern. Zum Abschluss gab es sogar eine richtig gute Gesangseinlage.

      Das Comedy-Duo „Boom“ kam aus den USA nach Moers. Manchmal ist Humor
      wirklich Geschmackssache. Sie zeigten eine gewagte und innovative Show,
      wirklich sehr außergewöhnlich. Leider hatte die Darbietung zu viele Längen.
      Akrobatisch waren sie aber vorne dabei, ob mit dem Cyr oder auf dem Schlapp-
      seil. Ihre Botschaft lautete, Poesie und Träume zu präsentieren. Der Funke
      sprang leider nicht so hundertprozentig über.

      Dafür war das Finale mit „Percossa“ aus den Niederlanden ein echter Kracher.
      Tempo, Rhythmus und Dynamik, alles das verkörperten sie eindrucksvoll. Bei
      ihnen treffen Stomp und feiner Humor wunderbar aufeinander. Trommeln und
      alles, was sich sonst noch dazu eignet, lieben sie. Ob auf vier Schlagzeugen,
      mit vier umfunktionierten Gitarren, mit farbigen Klangröhren oder einfach nur
      klatschend mit den Händen, es war der Wahnsinn, wie sie die Halle rockten.
      Dabei klang das Ganze nicht nur sehr schnell, sondern auch noch extrem
      synchron. Das war ein Auftritt, den die Besucher so schnell nicht vergessen
      werden.

      Auch sonst wurde der Abend in und vor der Festivalhalle schön gestaltet.
      Draußen gab es flotte Musik und Kleinkunst zu erleben. Im Foyer konnte man
      bei Ingo Oschmann dessen Bücher erwerben, sich an der Bar erfrischen, Comic-
      Zeichnern über die Schulter blicken oder die an die Wand geworfenen, grafi-
      schen Animationen von Robin Eckert bewundern. Alles in allem war es ein
      gelungener Abend zum runden Jubiläum.

      Datum: 23. September 2016

      www.comedyarts.de