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Ausstellung 'Charlotte Posenenske' im K20 in Düsseldorf
Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zeigt im K20 die spannende Überblicksausstellung "Charlotte Posenenske: Work in Progress". Trotz der Corona-Problematik gelang es dem Haus, alle wichtigen Werke aus dem Ausland nach Düsseldorf zu bekommen.

Charlotte Posenenske (1930-1985) überlebte den Zweiten Weltkrieg knapp in einem Versteck, ehe sie sich der Kunst widmete. Ihr Anspruch war es, Kunst für die Gesellschaft oder demokratische Kunst zu erschaffen, die durchaus auch politisch sein durfte. Dem um 1960 bereits expandierenden Kunstmarkt hielt sie den Spiegel vor, indem sie z.B. industriell gefertigte Bauteile in beliebiger Auflage zum Selbstkostenpreis verkaufte. Jeder durfte daraus sein eigenes Kunstwerk zusammenstellen. Gerne ging mit ihren Arbeiten in die Öffentlichkeit, die an ihren Arbeiten teilhaben sollte. Kann die Kunst die Gesellschaft verändern? Ihre sehr minimalistische Art Kunst zu entwerfen war bereits damals ziemlich radikal. So war ihr Schritt, 1968 sich von der Kunst zu lösen und Soziologie zu studieren, folgerichtig.

Die schöne Ausstellung zeigt ihre frühen Papier- und Spachtelarbeitenarbeiten, die schon sehr abstrakt wirken. Eine Anlehnung an Mondrian ist auch nicht zu übersehen. Sie entwickelte Raster. Ihre frühen Arbeiten wurden allerdings kaum wahrgenommen. Später faltete sie Metall und lackierte es mit Autolack. Dabei setzte Charlotte Posenenske auf kräftige Farben. Die noch erhaltenen Prototypen dieser Arbeiten kann man in der Ausstellung nahezu alle sehen. Sie stammen optisch aus der Zeit und sind doch recht zeitlos. Ihre wie Lüftungsschächte wirkenden Arbeiten wirken heute noch sehr konzeptionell und radikal. So wie die Künstlerin es wohl gewollt hätte, werden sie auch in der Ausstellung einmal in ihrer Zusammenstellung neu präsentiert.

Charlotte Posenenske legte immer viel Wert darauf, dass der Produktionsprozess deutlich wird. Ihre Serien A bis E lassen ihren Schaffensprozess nachvollziehen. Drei Filme zeigen ihre performative Art zu wirken. Ergänzt wird die Ausstellung durch Briefe, Texte, Skizzen, Skripte und Entwürfe für Bühnenbilder und Kostüme. Ihre zeitweise Tätigkeit als Bühnenbildnerin am Theater wird so dokumentiert.

In Rahmenprogramm werden Führungen in Kleingruppen und unter Hygieneregeln angeboten.

Ein von der Kunstsammlung NRW herausgegebener und verlegter Katalog ist im Haus zu erwerben.

Laufzeit: 3. Juni bis 2. August 2020

www.kunstsammlung.de