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      Ein besonderes Format an einem ebenso außergewöhnlichen Ort ist
      "Through Tape" des Komponisten Yotam Schlezinger und der Künstlerin
      Stefanie Grawe. Im Wasserturm hoch oben im Hauptbahnhof Oberhausen
      führten sie ihre sehenswerte Klang-Film-Installation auf.

      Zunächst zum Ort. Hier kommt man im Hauptbahnhof sonst eher selten hin.
      In 33 m Höhe befindet sich ein alter Wasserbehälter, der bis in die 1960er
      Jahre für die Versorgung von Dampflokomotiven genutzt wurde. Er hat einen
      kleinen Zugang und besitzt eine tolle Akustik.

      Stefanie Grawe hatte sich dabei filmisch betätigt. Sie filmte eine Zugfahrt
      von Duisburg nach Dortmund, mitten durch das Ruhrgebiet, alles in schwarz-
      weiß. Bahnhöfe, Büsche oder die Wohnbebauung der Gegend flogen am
      Fenster vorbei. Eine Taube auf dem Bahnsteig suchte nach Fressbarem. Es
      waren Eindrücke, die jeder persönlich mit Erlebtem verbindet. Man kennt die
      Gegend eben. Es waren einzelne Orte oder das Gefühl der vorbei huschenden
      Büsche, die einen ansprachen.

      Yotam Schlezinger, der Musiker und Komponist am Theater Oberhausen
      tätig ist und zudem auch noch mit Schauspielerin Lise Wolle liiert ist, hatte
      dazu den Soundtrack komponiert. Es klang nach Industrietönen und Geräu-
      schen, die jeder für sich deuten musste. Hier war nichts digital. Im Gegenteil,
      Yotam Schlezinger arbeitet komplett analog. Er zeichnete Alltagsgeräusche
      mit einem einfachen Mikrofon auf Musikkassetten auf. Sechs Loops aus
      sechs Walkmans wurden dabei überlagert und so zu einer Soundcollage
      zusammen gefügt. Heraus kam ein eher dunkler und etwas mystischer
      Eindruck, der im alten Wasserbehälter seine besondere Wirkung entwickelte.

      Die Räume oben im Hauptbahnhof gehören zum Künstlerkollektiv Kitev e.V..
      Zur Eröffnung gab es Live-Musik, die ebenso ungewöhnlich und absolut
      hörenswert war. Ozan Tekin hatte seine elektronischen Bauteile mit einem
      Keyboard verkabelt und so die in 3. Etage in eine andere Welt verwandelt, die
      musikalisch nicht von dieser war. Man flog mittels Kopfkino irgendwo in
      diversen Sphären herum, nur nicht in Oberhausen. Er war die perfekte
      Ergänzung zu Yotam Schlezinger und Stefanie Grawe.

      Datum: 8. Dezember 2018

      kitev.de
      Yotam Schlezinger
      www.stefaniegrawe.de