abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      In der sehr schönen Ausstellung "Let`s buy it!" im Schloss Oberhausen dreht
      sich alles um Kunst und Einkauf. Das Kunstmuseum wird dabei zwar nicht zum
      Shoppingcenter, aber das Gezeigte reicht sehenswert von Dürer, über Gerhard
      Richter bis hin zu ganz frischen Künstlern der Gegenwart, insgesamt 300
      Objekte.

      Die Palette ist wahrlich umfangreich. Es geht nicht nur ums Einkaufen, die
      Verlockungen der Werbung oder Luxusartikel. Alte und neue Werke werden
      gegeneinander thematisch in Einklang gebracht, mit einem oft historischen
      Ansatz oder gar ironisch. Die zeitlichen Brüche sind gewollt. Man entdeckt
      Kupferstiche und moderne Installationen nicht selten nebeneinander. Die
      Themen ziehen sich eben durch die Zeitgeschichte. Zwölf Themen sind es
      insgesamt.

      Dürer ist der älteste Star seiner Zeit in der Ausstellung. Er gilt als der erste
      Kunstunternehmer, der große Auflagen in Umlauf brachte. So wurde er zum
      Trendsetter und ein Vorbild für Fälschungen. Die werden ebenso thematisiert.
      Oft wurde zu Übungszwecken kopiert, gar nicht mit bösartiger Absicht. Welche
      Reproduktionstechniken gab und gibt es? Warhol betraf das Problem wesentlich
      später natürlich auch. Man sieht Originale und von Warhol legitimierte Fälsch-
      ungen. Eine andere Mode gab es im 17. Jahrhundert in den Niederlanden.
      Tulpen waren Luxusprodukte, aus Persien kommend. Abbildungen von Tulpen
      waren bei Malern sehr beliebt und lukrativ, da diese Pflanzen nur eine gewisse
      Zeit blühen, bis der Tulpenmarkt zusammenbrach.

      Kunst findet man selbst im Alltag. Die bekannte blau-weiß gemusterte Plastik-
      tüte von Aldi stammt von einem Künstler. Man nimmt Bezug zu Auftragsarbeiten
      für große Firmen und ihren Werbekampagnen. Fotografen haben in den damals
      beliebten Kaufhäusern die Kunden hervorragend eingefangen. Heute bewacht
      ein Security einen modern-kühl gestalteten Apple-Laden.

      Ein wichtiges Thema ist der Markt der heutigen Kunst, der in abnorme Höhen
      steigt. Ironisch nimmt der eine oder andere Künstler das Thema aufs Korn.
      Durch Gutachter kann ein Gemälde als zentrales Werk enorme Wertsteiger-
      ungen erfahren, während manche Künstler ihre Druckgrafiken auch mal bei Aldi
      in großer Auflage anbieten. Nur 1% bis 3% Prozent aller Akademie-Absolventen
      können später von ihrer Kunst leben. So zählt auch heute immer wieder der
      Leitspruch "Sex sells". Mel Ramos hat sich der These besonders verschrieben,
      aber auch die Werbung. In einer Vitrine findet man die Erstausgabe des
      Playboys mit Marilyn Monroe als erstes Pin-Up-Girl.

      Vertreten sind mit ihren Werken sind u. a. Ernst Barlach, Otto Dix, Joseph
      Beuys, Jim Rakete, Conrad Felixmüller, Marcel Duchamp, Keith Haring, Ernst
      Ludwig Kirchner, Konrad Klapheck, Herlinde Koelbl, Brigitte Kraemer, Thomas
      Hoepker, Rudolf Holtappel, Don Eddy, Elliott Erwitt, Roy Lichtenstein, Pablo
      Picasso, Max Pechstein, Gerhard Richter, Marcus Schwier, Klaus Staeck,
      Günter Uecker, Andy Warhol oder Heinrich Zille.

      Die sehr breite Fragestellung und die künstlerisch spannende Ausarbeitung
      geben dem Besucher die Möglichkeit, viele interessante Dinge entdecken. Ein
      begleitender Katalog ist Kerber Verlag erschienen und im Museumsshop zu
      erwerben.

      Laufzeit: 22. Januar bis 14. Mai 2017

      www.ludwiggalerie.de