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      Das Welterbe Zollverein ist heute ein Ort, an dem vielfältige Nutzungen
      geschaffen wurden und werden. Die Publikation „Der Blick der Sachlichkeit.
      Zeche Zollverein im Spiegel der Fotografie“ präsentiert historische und aktuelle
      Fotoansichten.

      Es sind Schwarz-Weiß-Fotografien von Albert Renger-Patzsch (1887-1966),
      Anton Meinholz (1975-1949) und Dieter Blase (geb. 1953). Sie stellen die
      Architektur und die Blickwinkel der drei in einen interessanten Kontext mit vielen
      Parallelen. Oftmals wählen die drei Fotografen ähnliche Perspektiven, auf denen
      entwicklungsbedingt immer kleine Veränderungen zu erkennen sind. Alle wählen
      kompositionelle Aspekte als Grundlage.

      Albert Renger-Patzsch fotografierte in den Anfangsjahren der Zeche für den
      Zollverein-Architekten Fritz Schupp, so gegen Ende der 1920er-Jahre. Zollverein
      war eine verbotene Stadt mit relativ wenigen sichtbaren Menschen. So ist sein
      Bild vom Ehrenhof in Richtung Kohlenwäsche eine Seltenheit, da ganz klein eine
      Person aus einem Fenster blickt. Ansonsten sieht man das Fördergerüst, die
      heute noch typische Architektur und den Verladebahnhof mit Waggons. Sein
      Fluchtpunkt ist mittig. Es sind Klassiker der Fotografie.

      Anton Meinholz war seit 1913 Mitarbeiter der Stadtbildstelle Essen, später ihr
      Leiter. Er kannte die Fotos von Albert Renger-Patzsch und ließ sich von der
      neuen Sachlichkeit inspirieren, setzte den Fluchtpunkt allerdings tiefer. Dadurch
      wirkt die Architektur in den 1930er-Jahre monumentaler.

      Den Hauptteil der Fotos hat Dieter Blase beigesteuert. Er kannte die Arbeiten
      der beiden anderen Fotografen im Dezember 1986 nicht, als er als Auftragsarbeit
      das Zollverein-Gelände fotografieren durfte. Die Zeche war noch aktiv und kurz
      vor der Schließung. Es lag Schnee. So zeigen sein Außenfotos ganz besondere
      Strukturen in Schwarz und Weiß strukturiert. Man sieht den ehemaligen Gruben-
      bahnhof mit den verschneiten Loren, Eisenbahnwaggons im noch vollen Ver-
      ladebahnhof oder schöne Sichtachsen. Er hatte auch die Möglichkeit Innen-
      räume abzulichten. Hallen, Fördermaschinen und Schaltwände sind nur drei
      Beispiele. 2016 wiederholte er seine Reihe auf der heutigen Zeche. Beide
      Fotoreihen zeigen auf den ersten Blick wenig Unterschiede. An den Details
      erkennt man die verschiedenen Jahre.

      Es ist spannend, die Bildsprache der der Fotografen zu vergleichen. Sie haben
      sich alle der neuen Sachlichkeit verschrieben und eindrucksvolle Fotos
      geschaffen.

      „Der Blick der Sachlichkeit - Zeche Zollverein im Spiegel der Fotografie“ ,
      Stiftung Zollverein, Klartext Verlag, 80 Seiten, zahlr. Abb., Hardcover,
      ISBN 978-3-8375-1717-0

      klartext-verlag.de

      Datum: 14. November 2016