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Buch 'The great escape'
Mit dem sehr schönen Buch „The great escape“ blickt der Kettler Verlag zurück in eine Zeit, die man heute so nicht mehr kennt, die Seefahrt zwischen 1950 und 1970, eine Zeit zwischen harter Arbeit und romantischem Fernweh.

Der Zweite Weltkrieg war vorbei. Die Häfen, insbesondere Hamburg, lagen in Schutt und Asche. Die zivile Handelsflotte war zerstört oder wurde beschlagnahmt. Erst mit Beginn der 1950er Jahre erlaubte man Deutschland wieder Handelsschiffe zu bauen. Alte Kähne wurden wieder instandgesetzt oder neue gebaut. Die alten Reedereien konnten wieder Ziele in Übersee ansteuern.

Was lag da näher, als den Beruf des Seemanns zu wählen. Das Leben den zerstörten Wohngebieten war nicht besonders spannend und viele waren arbeitslos. Die Seefahrt ermöglichte einem eine Ausbildung, regelmäßigen Lohn und die Möglichkeit ferne Sehnsuchtsziele zu erreichen. So zog es zahlreiche junge Männer auf See. Man reiste nach Nord- und Südamerika, Asien oder sogar bereits mit Kreuzfahrtschiffen um die Welt. Im Gegensatz zu heute sind waren diese Kreuzfahrtschiffe allerdings weitaus weniger komfortabel.

Es hat sich viel geändert. Das Leben an Bord war entspannter, allerdings hieß es auch richtig anzupacken, denn die Güter wurden Anfangs noch mühsam an Bord getragen oder per Netz an Bord gehievt. Paletten oder Container kamen erst später. Die Arbeitssicherheit kam oft zu kurz, aber die Jobs waren begehrt. Manche blicken wehmütig in die Ferne, haben Spaß beim gemeinsamen anpacken oder schruppen gut gelaunt das Deck.

Es war auch die Zeit der Landgänge. Man besuchte amerikanische Metropolen wie New York und lernte das Leben in asiatischen Hafenstädten kennen. Man ging auf exotische Märkte, begegnete Gurus oder traf Einheimische am Strand. Damals hatten die Seeleute noch jede Menge Zeit, um die fernen Länder kennenzulernen. Sogar das Klischee vom ständig betrunkenen Seemann wird widerlegt. Der Alkohol an Bord wurde von der Heuer abgezogen, also verzichtete man lieber. In den Hafenstädten holte man dann aber doch oft die entgangenen Freuden nach. Ganz so brav war die christliche Seefahrt dann doch nicht.

Um ihren Job den Daheimgebliebenen zu zeigen, haben nicht wenige ihre Abenteuer auf See fotografisch dokumentiert, jeder in seinem Arbeitsbereich, vom Schiffsjungen bis zum Offizier. Da Kameras und Filme gar nicht so günstig waren, mussten die Motive gut ausgewählt sein. Zwei 36er Filme mussten für zwei Monate genügen. Die Fotos beweisen ihre Neugier. Dabei sind es teilweise Schnappschüsse von alltäglichen oder besonderen Situationen, sie selbst als Motiv oder sehr genau ausgewählte künstlerische Blickwinkel. Immer wieder gerne wurde ihr Schiff zum Motiv, auf das sie stolz waren.

„The great escape“, Julia Dellith, Kettler Verlag, 256 Seiten, 170 Abbildungen, 16,5 × 24 cm, Hardcover, Deutsch, Englisch, ISBN 978-3-86206-827-2

Datum: 5. Dezember 2020

www.verlag-kettler.de