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Buch 'Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben'
„Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben“ ist nicht nur der Titel eines schonungslos offenen Buchs, sondern auch Teil der Gedankenwelt vieler Bürger. Die Digitalisierung räumt den sonst so heiligen Datenschutz einfach beiseite und treibt im Verborgenen Dinge, die wir nicht erahnen.

Wir leben in Zeiten, wo alles digital einzeln oder in Netzwerken gesteuert werden kann. Für beinahe jede Funktion gibt es mittlerweile eine App. Diese neue Welt hat jedoch jede Menge Schwachstellen und die Hacker lauern weltweit. Mit abgegriffenen Daten kann man schnell reich werden, sogar ganz legal. Staatliche Stellen scheinen eh schon kapituliert zu haben, so sehr können die großen Konzerne wie Apple, Amazon, Facebook oder Google, um nur ein paar wenige zu nennen, schalten und walten.

Die meisten werden es nicht merken, aber auf den meisten Smartphones sind Apps vorinstalliert, die man nicht löschen kann. Sie greifen allerlei Daten ab und geben sie an Dritte weiter. Wohin, das ist nicht bekannt, auch nicht wie lange und wo sie gespeichert werden. Jedenfalls ist jedes Smartphone ein willkommenes Eingangstor für Datenhändler und Weiterverwerter. Die intimsten Infos einzelner Individuen werden so öffentlich. Beliebt sind besonders sexuelle Neigungen und Gesundheitsdaten. Mit guten Profilen von Menschen kann man viel Geld verdienen.

Das vernetzte Haus wird von Forschern häufig als die Zukunft beschrieben. Der Kühlschrank weiß, was fehlt und Heizung und Licht kann man per Handy von irgendwo her an- oder ausmachen. Schön, aber wie merkt man, dass der eigene Kühlschrank gehackt wurde und so als Sender böser Aktionen Dritter dient? Botnets arbeiten auf diese Art und Weise. Sprachassistenten, wie z.B. „Alexa“, erscheinen wie niedliche Alltagshelfer, doch dahinter steckt professionelles Aushorchen. Stimmprofile werden aufgezeichnet und analysiert, ebenso wie Gesprächsinhalte. So entstehen schnell umfassende Profile der Bewohner. Mit technisch kopierten Stimmen lassen sich z.B. Anrufe tätigen. Die angebliche Stimme des Chefs am Telefon kann in einer Firma Überweisungen anordnen, doch das Geld ist anschließend weg. Bereits im Kinderzimmer beginnt das Ausspionieren. Interaktives Spielzeug mit Internetzugang verrät viel über das Kind und die Familie, wertvolle Daten.

Täglich werden wir von Überwachungskameras verfolgt. Werden die gehackt, so kann gefährlich werden. Dem Sicherheitsmitarbeiter eines Museums muss man lediglich Aufzeichnungen auf den Bildschirm spielen und parallel räumt man das wertvolle Objekt aus dem Museum. Oft ist es eine mangelnde Kontrolle, die digitale Netze anfällig für Missbrauch macht.

Das Buch ist voller erschreckender Tatsachen, die uns täglich betreffen. Wir sind alle längst schon gläsern. Skepsis ist bei vielen digitalen Anwendungen angesagt. Brauche ich tatsächlich diese oder jede App? Wer steckt dahinter? Der technische Fortschritt hat sicher auch hier und da seine Vorteile, ist allerdings zu häufig noch nicht ausgereift oder zu unsicher. Wir stecken mitten in einem Digitalisierungswahn. Wer nicht mitmacht, der wird abgehängt, doch wer schützt seine Netze wirklich so sicher, dass damit kein Missbrauch betrieben werden kann? Wer legt es bewusst auf Missbrauch an? Für uns kleine Bürger ist dieser Dschungel nicht zu durchblicken, aber wir können zumindest vorsichtig sein. Dieses hochinteressante Buch stellt nicht nur die vielen Problematiken dar, sondern gibt auch Tipps, auf was wir besser achten sollten.

„Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben“, Barbara Wimmer, mitp, 272 Seiten, ISBN 9783747501641

Datum: 25. Dezember 2020

www.mitp.de