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      Der sehr erfolgreiche Österreicher Julian le Play ist reiselustig und neugierig.
      Wenn ein neues Album ansteht, so entsteht dies stets unterwegs. Auch sein
      neues Album „Zugvögel“ ist wieder ein tolles Gesamtkunstwerk vieler Eindrücke
      von einer Europatour, ein Roadmovie in einem angesagten, modernen Sound.

      Dieses Mal hat es ihn nach Lissabon, Amsterdam, Stockholm, Sevilla, Cinque
      Terre und Istrien verschlagen. In Kroatien ist bereits sein letztes Album
      „Melodrom“ entstanden. Er ließ sich wieder treiben. Im Gepäck war jetzt keine
      Gitarre, sondern ein Keyboard. Jede musikalische Inspiration wurde direkt unter-
      wegs unglaublich gut umgesetzt. So prägen nun Synthesizer den absolut
      trendigen Sound, der Pop, Soul und RnB klasse vermengt. Aufgenommen hat er
      es obendrein in einem ehemaligen Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert nahe
      Bordeau.

      Ein solcher Sound bedingt allerdings auch eine dazu passende Stimme, die
      Julian le Play ohne Zweifel hat. Diese warme, sonore und markante Stimmlage
      ist sein Markenzeichen. Man kann ihr nicht widerstehen, hat man sie einmal im
      Ohr. Man muss ihr verfallen.

      In den Songs spürt man den Wind der Reise, der ihn getrieben hat. Viele Songs
      haben einen treibenden Charakter. „1000 Kilometer“ ist so ein klasse Song.
      „Meine Tränen sind im Meer. Dort geht es ihnen gut. Ich komme manchmal noch
      zu ihnen, nachzusehen. Häng die Füße in die Flut“, so die Eingangszeilen.
      Schöner kann man einen Trennungsschmerz, unterwegs im alten Ranger, kaum
      verarbeiten. Man fühlt sich direkt dabei. Ein anderes Beispiel ist natürlich der
      Titelsong „Zugvögel“. Textprobe gefällig? „Jetzt hör ich ihn durch die Bäume
      ziehen. Der Nordwind will mich in ein neues Morgen ziehen. Er treibt mich in ein
      neues Land. Hier fang ich von vorne an.“ Geträumt wird auch, in „Hollywood
      BLVD“. Was für Textzeilen: „Wir drehen das Radio auf. Und warten darauf. Dass
      Lana del Rey im schwarzen Coupé. Mit der Drama Armee aus der Anlage
      schwebt“. Wow, cooler geht es kaum und dazu mit wirklich fetten Beats unter-
      legt. Man spürt förmlich seinen Herzschlag.

      Die Kunst der Poesie und der träumerischen Bildhaftigkeit schwingt in seinen
      Texten immer mit. Das ist Kopfkino der feinsten Art mit toller musikalischer
      Begleitung garniert. Dieses Album macht Fernweh und Lust auf neue Länder.
      Sich einfach mal treiben lassen, beobachten und fühlen. Das Leben kann so
      schön sein. Falls man dazu allerdings im Alltag nicht die Zeit hat, so kann man
      sich die wunderbaren „Zugvögel“ vom ebenso fantastischen Julian le Play auf die
      Ohren geben. Mal wieder so ein geiles Album von ihm, das ihm erneut bedeu-
      tende Musikpreise bescheren wird.

      Das Album erscheint am 15. April 2016.

      „Zugvögel“, Julian le Play, 13 Songs, Universal Music, 2016

      www.julianleplay.com

      Datum: 2. April 2016