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      Mit der Ausstellung "Till Brönner - Melting Pott" präsentiert das Museum
      Küppersmühle eine sehenswerte Fotoausstellung eines gefeierten Musikers,
      der auch fotografisch überzeugen kann. Till Brönner hat sich mit seiner Leica
      selbst verwirklicht und sich ein Jahr lang im Ruhrgebiet umgesehen.

      An Anfang stand eine Idee von Bodo Hombach. Es folgte ein Anruf bei Till
      Brönner im sonnigen Kalifornien. Kann er sich vorstellen, das Ruhrgebiet mit
      seiner Kamera einzufangen? Zunächst hatte er Zweifel, obwohl er von
      Niederrhein stammt. Ein ehemaliger Weggefährte aus dem Revier ermunterte
      ihn allerdings so sehr, dass er sich dazu entschloss, dieses Projekt
      anzugehen.

      Was erwartete ihn hier? Schönere Gegenden gibt genug und trotzdem sind
      die Leute stark verwurzelt. Egal ob bei angenehmen Temperaturen oder bei
      -15°C, Till Brönner entdeckte den Pott auf seine Art. Die Region haben
      andere schon längst vielfach dokumentiert. Das Ergebnis ist sehr interessant.
      Insbesondere die Menschen haben es ihm angetan. Tolle Typen gibt es hier
      genug. Sie hängen im Fenster, arbeiten in der Frittenbude, tanzen im
      Theater, boxen sich durchs Leben, feiern Karneval, machen Musik oder
      züchten Tauben. Berufe und Lebenswege sind ablesbar. Selbst das Ende
      des Bergbaus hat er eingefangen.

      Natürlich spielt auch der Fußball eine gewichtige Rolle. Beim BVB durfte er
      mal mit der Kamera schnuppern. Ein Spiel besteht nicht nur aus 22 Spielern
      und einem Ball. Ordner, Zuschauer und andere Beteiligte hat er vor die
      Kamera bekommen, nicht einmal den Rasen abgebildet.

      Ein weiterer Aspekt ist der Strukturwandel. Klar, die Region hat an Freizeit-
      wert stark gewonnen, aber einen abgeschlossenen Strukturwandel werden
      wir wohl nicht mehr erleben, meint Till Brönner. Wir sollten einfach mehr
      Geduld haben. Auch seine Abbildungen von Landschaften wirken individuell,
      auch wenn uns die Orte oft bekannt vorkommen. Er hat seinen eigenen Blick.
      Teilweise sind es feine Strukturen von Bodenbelägen, Gerüsten oder tech-
      nischen Apparaturen.

      Ein Saal präsentiert klasse bekannte Gesichter wie Frank Goosen, Mario
      Götze, Elke Heidenreich, Ralf Möller oder andere Köpfe, die etwas mit
      der Region zu tun haben.

      "Das Ruhrgebiet ist das Amerika von Deutschland", so lautet Till Brönners
      Einschätzung zur Region. Er selbst lebt in L.A. und Berlin. Man sollte mal
      drüber nachdenken.

      Zur Ausstellung ist ein ebenso schöner Katalog im Wienand Verlag
      erschienen. Für 35,- Euro ist er im Museum zu erwerben.

      Laufzeit: 3. Juli bis 6. Oktober 2019

      www.museum-kueppersmuehle.de