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Ausstellung 'Plants and Aliens' in Kunstmuseum Temporär in Mülheim/Ruhr
Ein ganz besonderes Künstlerduo ist ins Kunstmuseum Temporär in Mülheim eingezogen. Torsten Grosch und Haike Rausch präsentieren als 431art die spannende und außergewöhnliche Ausstellung „Plants and Aliens“ / botanoadopt“, bei der die Partizipation der Menschen absolut erwünscht ist.

Es geht um Blumen. Sie stehen draußen oder drinnen. Irgendwann sehen wir sie kaum noch und vernachlässigen sie. Dabei sind es Lebewesen wie wir, die Achtung verdienen. Drei Wochen lang sind sie die Hauptdarsteller einer Ausstellung der besonderen Art. Zunächst sind Bürger eingeladen, ihre aussortierten Topfpflanzen abgeben (4.-10.9.), entweder direkt im Museumsraum oder man stellt sie in die Pflanzenklappe. Sie sollten nicht von Schädlingen befallen und noch halbwegs zu retten sein. Die Art spielt keine Rolle, ob exotisch oder heimisch. Keine Pflanze wird wegen ihrer Herkunft abgelehnt. Auch zu groß gewordene Exemplare dürfen abgegeben werden.

Der Hintergrund dieser Aktion ist, darauf hinzuweisen, dass pflanzliches Leben enorm wichtig für unser Wohlbefinden ist. Trotzdem landen viele von ihnen oft in der Mülltonne, nur weil sie nicht ständig blühen oder das Fenster zu klein geworden ist. Die beiden Künstler nehmen sie auf, fotografieren sie, versehen sie mit individuellen Biografien, platzieren sie im Ausstellungsraum und stellen sie in deutschlandweiten Netzwerk www.botanoadopt.org online. Das Ziel ist, für die Pflanzen neue Adoptivpersonen zu finden, die sie wieder so achten, wie es sich gehört. Wer weiß schon, dass Pflanzen rege miteinander kommunizieren. Sie sollen 15 bis 20 Sinne besitzen, auch über ihr weit verzweigtes Wurzelwerk. Am 23. und 24. September nimmt das Adoptionsbüro in Mülheim seine Arbeit auf. Wer sich für eine Pflanze interessiert, der füllt eine Checkliste aus und unterschreibt sogar einen Vertrag. Die Hürden sind gut zu schaffen. Das Humorvolle hat aber durchaus einen ernsten Hintergrund. Kümmern sollte man sich schon um die neuen Mitbewohner. Sollten sie eventuell doch sterben, so muss man eine Abschiedszeremonie abhalten, um sich ordentlich von ihr zu verabschieden.

Als Rahmen der Ausstellung findet man schöne Abbildungen diverser Pflanzen. In sprechenden Stehlen findet man außerdem humorvolle Kunstobjekte, die sich mit dem Thema beschäftigen. Ein Film zeigt, wie das Künstlerduo im Frankfurter Bannwald kleine Bäume vor der Rodung rettete und sie als Migranten anderswo eingepflanzte. Ganz vorne in der Glasvitrine wird optisch dargestellt, dass Pflanzen tatsächlich miteinander kommunizieren. Eine Leuchtdiode zeigt es optisch.

Die Ausstellung widmet sich sehr aktuellen Themen. Die Pflanze ist ein Symbol für die vielen Umweltprobleme unserer Zeit. Sie mahnt uns nachhaltig und respektvoll zu denken. Der Umgang mit einer Pflanze erfordert auch eine gewisse Portion Empathie, die den Menschen oft schon abhanden gekommen ist. Nur gemeinsam erschaffen wir ein Miteinander, das das Leben positiv bereichert. Das betrifft besonders unsere aktuelle Corona-Zeit, in der es vielen Mitbürgern nicht ganz so gut geht. Es wird sogar tatsächlich ein Empathietraining am 23. und 24. September von 14.00 bis 15.30 Uhr angeboten.

Laufzeit: 4. bis 24. September 2020

www.muelheim-ruhr.de
botanoadopt.org