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      Ein 100. Jubiläum eines Theaters ohne einen künstlerischen Rückblick auf
      der Bühne ist undenkbar. Doch wie kann man hundert Jahre in einen Abend
      packen? Es gelang vorzüglich. Die Musikrevue "O, Augenblick" verzückte
      die Gäste, darunter auch Ministerpräsident Armin Laschet.

      Auf musikalische Art, gepaart mit Sprechtexten, lässt sich ein solcher
      Anlass am besten präsentieren. Man hatte sich sehr viele kreative Gedanken
      gemacht, um die Geschichte nicht zu verstaubt aussehen zu lassen. Nichts
      wurde kopiert, alles wurde szenisch neu interpretiert. Der rote Faden waren
      dabei die Intendanten, von Saladin Schmitt bis Leander Haußmann. Die
      folgenden hatten in der drei Stunden langen und sehr kurzweiligen Revue
      zeitlich leider keinen Platz mehr. Sie wurden am Ende gesungen einmal
      kurz erwähnt.

      Es war eine bunte und extrem gelungene Abhandlung. Obwohl die Inten-
      danten bisher alle männlich und weiß waren, wurden sie in dieser Vorstellung
      nahezu alle weiblich und zum Teil sogar schwarz besetzt. Gute Idee! Mit
      Ann Göbel, Margarida Neto, Mercy Dorcas Otieno, Georgios Tsivanoglou,
      Romy Vreden und Jing Xiang hatte man wirklich klasse Akteure ausgewählt,
      die internationaler kaum hätten sein können. Georgios Tsivanoglou übernahm
      gerne die Erzählphasen, während die Portugiesin Margarida Neto auf ihre
      Art und Weise glänzte. Als klassisch ausgebildete Tänzerin beherrscht sie
      den Gesang und die Schauspielerei vorzüglich. Ihr zuzusehen war ein echter
      Augenschmaus. Die noch junge Ann Göbel rockte wunderbar die Bühne wie
      auch Jing Xiang mit einer chinesischen Version von "Hey Jo".

      Stets wurden die markanten Markmale einer Amtszeit hervorgehoben. Bei
      Zadek war es sein Eröffnungsstück "Kleiner Mann was nun" und Peymann
      wurde mit der Stadthymne "Bochum" von Grönemeyer geadelt. Der Song
      wurde von Mercy Dorcas Otieno in einer afrikanischen Sprache ihrer Heimat
      dargeboten. Klasse! Jing Xiang nahm Bezug auf die Architektur des Hauses,
      während sie vor den geschlossenen Eisernen Vorhang sich akrobatisch
      humorvoll durch die Zuschauerreihen turnte. Die Nazi-Zeit wurde zu einem
      mahnenden Moment. Klänge der Band Rammstein unterstützten die martia-
      lischen und lauten Szenen. Der feine Humor kam in den guten Dialogen aber
      immer durch. Songs wie "All you nee is love", "Oh Lord, please don't let me
      be misunderstood", "My way" als wunderbar rockige Nummer, "Those were
      the days", "Somethin' Stupid" oder "There Is a star" zogen sich wohltuend
      durch das Programm. Die Songauswahl war klasse und hervorragend
      interpretiert, ein insgesamt extrem unterhaltsamer Abend.

      Hervorheben muss man natürlich die musikalische Live-Begleitung durch
      Torsten Kindermann, Volker Kamp, Oliver Siegel und Jan-Sebastian Weichsel.
      Als Multiinstrumentalisten trafen sie immer den Ton, egal welcher Musikstil       gerade angesagt war. Ein großes Lob geht ebenfalls an die Bühnenbildner
      und Kostümbildner. Es passte alles wunderbar zusammen.

      Am Ende kamen nahezu alle Mitarbeiter des Hauses auf die Bühne, ohne die
      hier nichts läuft. Auch sie wurden gefeiert. Die "Bochumer Jungs" sangen
      alle im Chor. Auf ein gutes Gestern soll ein besseres Morgen folgen. Eine
      Zuschauerin traf als Fazit des Abends den Nagel auf den Kopf. "Es ist ein
      geniales Stück, das allen Vorurteilen entgegnet."

      Datum: 13. April 2019, weitere Vorstellungen

      Bericht zum ersten Teil des des Abends
      www.schauspielhausbochum.de