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      "Black & White. Von Dürer bis Eliasson" lautet der Titel der sehr schönen
      Ausstellung im Museum Kunstpalast. Zu sehen sind 100 sehenswerte
      Arbeiten von 75 Künstlern aus 700 Jahren Kunstgeschichte. Die Ausstellung
      wurde von der National Gallery London, in Zusammenarbeit mit dem Museum
      Kunstpalast organisiert und in Düsseldorf erweitert.

      Kunst ist farbig, so gilt es zumindest für einen großen Teil der Kunstwelt. Ab
      und zu allerdings wurde auf Farbigkeit verzichtet. Die reduzierte Farbpalette
      übertrug sich auf Glasmalerei, Grafik, Fotografie, Gemälde oder mittelalter-
      lichen Grisaille-Werke bis hin zu abstrakter, zeitgenössischer Kunst. Warum
      beschränken die Künstler ihre Farbpalette? Die Arbeiten haben auf jeden
      Fall eine große Ästhetik.

      Teils waren es sakrale Ursachen der Strenge. Farbige Bilder wurde im Mittel-
      alter in der Fastenzeit verhüllt. Ein sehr seltenes Fenster aus der Krönungs-
      kirche der französischen Könige in Paris und ein Altarbild, das außen farblos
      und innen farbig ist, zeigen dies sehr anschaulich. Farbige Bildteile sind
      manchmal Verweise auf das Alte und Neue Testament. Bei der Druckgrafik
      und der frühen Fotografie waren es technische Gründe, die die Farbpalette
      reduzierten. Es sind oft klare Darstellungen, die auch aus Skizzen für
      Teppiche oder Gemälde dienten. Leinwand wurde teils ganz ohne Farbe
      belassen. Licht und Schatten ließen sich in Schwarz, Weiß und Grau exzel-
      lent ausprobieren. Hell und Dunkel sowie Licht und Schatten wurden heraus-
      gearbeitet, ein Raum für Experimente der Wahrnehmung.

      Die Fotografie diente als malerische Grundlage bei Gerhard Richter. Der
      Einfluss der Fotografie auf die Malerei ist nur ein Kapitel von acht. Willem
      van de Velde zeichnete mit Tusche auf Holz. Reliefs ließen sich besonders
      gut herausarbeiten. Rosemarie Trockel setzte Spinnen unter Drogen und
      fotografierte anschließend ihre Netze. Die ganz feine Federmalerei ist mehr
      als einen Blick wert. Selbst die Zero-Künstlern Piene, Mack und Uecker
      experimentierten gekonnt mit Farblosigkeit. Picassos Spätwerke wirken sehr
      lebendig gemalt. Er brauchte dazu keine Farbe.

      Ein etwas unheimlich wirkender Höhepunkt der Ausstellung ist die skulpturale
      Installation "Das Haus des Sammlers" des belgischen Künstlers Hans Op
      de Beeck aus dem Jahr 2016. Ganz in Grau gehalten erlebt man auf 250 qm
      eine bizarre Welt, die von ihren erstarrten Bewohnern eben noch gelebt
      wurde. Als Vorlage der figürlichen Darstellungen dienten ihm seine Kinder.
      Hier liegt ein Ball und dort ein Laptop rum. Im Hintergrund zwitschern Vögel.
      Es kommt einem schon etwas komisch vor. Trotzdem wird man automatisch
      in den Raum hineingezogen. Man darf sich setzen und den Raum wirken
      lassen.

      Ein anderer Raum ist von Olafur Eliasson mit Monofrequenzlicht ausgestattet.
      Dieser Raum schluckt jegliche Farbe. Alles erscheint Grau.

      Weiterhin sind u. a. Arbeiten von Mantegna, Tizian, Rubens, Rembrandt,
      Albers, Ellsworth Kelly, Cy Twombly, Pollock, Giacometti, Chuck Close
      oder Bridget Riley zu sehen.

      Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hirmer Verlag (39,90 EUR) erschienen.
      Ein Audioguide ist an der Kasse erhältlich.

      Laufzeit: 22. März bis 15. Juli 2018

      www.smkp.de