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      Das 15. „Biathlon auf Schalke“ war auch 2016 in Gelsenkirchen wieder ein
      großes Sportspektakel mit stimmungsvollem Rahmenprogramm in und vor
      der Arena auf Schalke. Zur Freude der 41.000 Fans gab es einen deutschen
      Doppelsieg durch Vanessa Hinz und Simon Schempp bzw. Franziska
      Hildebrand und Erik Lesser. Dritter wurde Team Russland.

      Scheinbar geht es jedes Jahr immer noch etwas besser. Die Organisation von
      Herbert Fritzenwenger und Schalke 04 war wirklich perfekt koordiniert. Bevor es
      drinnen um die Stars des Weltcups ging, konnte man sich in Winterdorf vor der
      Halle in Stimmung bringen. Lange Schlangen bildeten sich vor den Laser-
      Schießanlagen. Viele mussten erst einmal lernen, wie man ein Gewehr hält und
      zielt. Der letzte Krieg auf deutschem Boden ist zum Glück einige Jahrzehnte
      her. Ein Kran zog Besucher in einem Korb 50 Meter hinauf, mit bester Aussicht.
      Die Fahrt in einem Geländewagen wurde ebenso angeboten wie Skifahren als
      interaktives Game. Auf der DJ-Plaza wurde schon ordentlich mit Popschlagern
      eingeheizt, wie später auch in der Arena. Der Hit des Abends war beim
      Publikum eindeutig „Hulapalu“ von Andreas Gabalier.

      Sportlich gab es zunächst kurzfristig zwei Änderungen. Die Österreicherin Julia
      Schwaiger sprang für ihre erkrankte Landsfrau Hauser ein und Vanessa Hinz
      nahm den Platz von Franziska Preuß an der Seite von Simon Schempp ein. So
      war das Rennen in Abwesenheit von Martin Fourcade, dem großen Superstar
      und Vorjahressieger aus Frankreich, der wegen familiärer Dinge absagen
      musste, schnell eine klare Sache. Der Rest war sportlich abgeschlagen, hatte
      eh nur Außenseiterchancen oder war nicht gut drauf, wie Italien, die Ukraine
      oder die Tschechei. Jedenfalls setzten sich die beiden deutschen Teams recht
      schnell ab und fuhren im Massenstart und in der Verfolgung einen großen
      Vorsprung heraus. Selbst Russland und Frankreich kamen da zu keinem Zeit-
      punkt mit. Die deutschen Athleten liefen schnell und waren auch am Schieß-
      stand erstaunlich sicher. Mit dem letzten Schuss hätte Erik Lesser sogar noch
      Simon Schempp, der in die Strafrunde musste, überholen können, doch auch er
      patzte und fasste ich an den Kopf. Den Sieg hatte er verschenkt. Wie er es auf
      der Pressekonferenz erklärte, fühlte er bereits vor dem Abdrücken, dass dieser
      Schuss daneben gehen musste. Wenn 41.000 Augenpaare gebannt zuschauen
      und mitfiebern, ist das selbst für Athleten der Weltklasse psychologisch nicht
      einfach. Vanessa Hinz empfand den stets lauten Willkommensempfang beim
      Einlaufen in die Halle als motivierend, weniger als Druck. Wer hier nervlich
      besteht, der muss die kommenden Heim-Weltcups in Ruhpolding und Oberhof
      nicht fürchten.

      Das Publikum hat auf Schalke auch immer ein Herz für chancenlosen Starter,
      die besonders angefeuert werden. Im Shoot-Out-Wettbewerb war Julia Schwaiger
      (AUT) die wirklich allerletzte am Schießstand, aber sie kämpfte tapfer um den
      letzten Treffer. Das liebt man im Pott. Neben den klaren Außenseitern aus
      Kanada war Team Österreich somit einer der beiden Publikumslieblinge, neben
      den deutschen Teams. Kanada gab sich wirklich alle Mühe, aber zu mehr als
      dem letzten Platz reichte es dann doch nicht. Läuferisch haperte es zu sehr und
      Schalke bietet eine andere Atmosphäre als kanadische Wälder. Trotzdem wurde
      jeder einsame Schuss lautstark vom tollen Publikum begleitet. Im Zieleinlauf
      verneigte sich Macx Davis (CAN) aus vollem Herzen vor der Halle. Österreich
      überraschte am Ende sogar mit Platz 5, weit vor einigen Mitfavoriten und nur
      0,4 Sekunden hinter Vorjahressieger Frankreich. Plötzlich klappte sogar das auf
      Schalke so wichtige Schießen. Da war selbst der hervorragend moderierende
      Herbert Fritzenwenger überrascht, der übrigens auch als Aushilfs-DJ zu über-
      zeugen wusste und die Chance nutzte, mit einem Song von Seiler und Speer
      mal keinen Après-Ski-Schlager aufzulegen.

      Ein Experiment war der Supersprint der Junioren im Vorfeld des Hauptrennens.
      Am Ende wurden in einem A- und B-Finale die Plätze ausgekämpft. Es siegte
      Riethmüller vor Niggemann und Holland. Der eine oder andere Läufer ist even-
      tuell ein Gesicht der Zukunft, auch wenn läuferisch noch jede Menge drauf
      gelegt werden muss.

      Unterhaltsam waren die Pausen zwischendurch gestaltet. Das Finale der
      Schneeballschlacht-WM gewannen die Vorjahressieger aus Wuppertal gegen
      ihre alten Rivalen. Live für Stimmung sorgten die gut aussehenden Jungs von
      Feuerherz. Die Boyband präsentierte eigene Songs und Coversongs. Gäste aus
      Ruhpolding, unverkennbar an ihrer Tracht zu erkennen, legten einen feschen
      Traditionstanz auf die Bühne. Stimmungsvoll wurde die Veranstaltung eröffnet
      und auch bei der Vorstellung der Teams durfte Pyrotechnik nicht fehlen. Der
      neue große Videowürfel war ein Gewinn für die Veranstaltung. Auf 70 qm Bild-
      schirmfläche auf jeder der vier Seiten konnte man auf den Rängen alles in HD-
      Qualität verfolgen. Am Ende wurden Vanessa Hinz und Simon Schempp in einer
      Kutsche zur Ehrenrunde durch die Halle gebeten. Als großen Abschluss gab es
      traditionell das größte Indoor-Feuerwerk Europas zu monumentalen Klängen.

      Datum: 28. Dezember 2016

      www.biathlon-aufschalke.de