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Ausstellung 'Jeder Mensch ist ein Künstler - Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys' im K20 in Düsseldorf
Joseph Beuys wurde 1921 in Krefeld geboren. Seinen 100. Geburtstag feiert das K20 in Düsseldorf mit der sehenswerten Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“, in der die Aktionskunst von Beuys neuen, interessanten Positionen entgegengesetzt wird. Es ist ein interessanter Dialog über Beuys.

Beuys gehört zu den einflussreichsten bildenden Künstlern in Deutschland. Selbst nach seinem Tod 1986 geriet er niemals in Vergessenheit. Ob man ihn mag oder nicht, er war ein sehr ambivalenter Kosmopolit mit Gedanken, die die Welt heute vielleicht noch dringender benötigt. Über die Art und Weise seines Aktivistentuns lässt sich streiten, wie man auch in der Ausstellung erleben kann. Er war stets ein wichtiger Teil seiner eigenen Werke. Nicht jede Geste erschließt sich uns heute noch. Es war eine Zeit, die rebellisch, sehr politisch und oft radikal war, ähnlich wie heute. So wurde es eine Ausstellung über Beuys, die kritisch hinterfragt, wie aktuell seine Positionen und Aussagen heute noch sind. Sind seine Ideen noch relevant für unsere Gesellschaft? Haben wir noch Visionen?

Zu sehen sind seine eigenen Aktionen als filmische Objekte in der Bildqualität ihrer Zeit. Er bellt ins Mikrofon, tanzt mit dem Coyoten, badet im Moor oder erklärt einem toten Hasen seine Kunst. Damals eckte bereits mit dieser Form von Kunst an. Heute wirkt es wie aus einer fernen Zeit, die gar nicht so fern ist.

Wie aktuell seine gesellschaftskritischen Thesen sind zeigen die KünstlerInnen, die ihm gegenübergestellt sind. Die Positionen reichen von Kritik am Bankensystem und am Kapitalismus, über Umweltthemen, die Gestaltung unserer Landschaft, bis hin zu Feminismus, Kommunismus und Rassismus. Die mit staatlicher Gewalt unterdrückten Demonstrationen vom Dezember 2020 in Thailand werden gezeigt. Die Welt ist vielmals in Aufruhr für Demokratie und andere Grundrechte. Oft sehen die Menschen nur sich, doch wie ist das Leben als Tier? Es wird philosophisch, wenn es sich um ein Flüchtlingsboot dreht und gefragt wird, was Gott ist, etwas das Boot, dass die Menschen in ein neues Land gebracht hat? Gretas Reise per Segelboot und ihr Auftritt vor den UN sind ebenfalls eine recht radikale Aktion. Seine Gedanken werden bestätigt,erweitert oder ironisiert. Edward Snowden, Greta Thunberg und Jenny Holzer sind nur drei von einigen Positionen. Man sollte sich viel Zeit nehmen.

Die gelungene Ausstellungsarchitektur ist ein nachhaltiger Entwurf vom Raumlabor Berlin.

Der Ausstellungskatalog in im Verlag Hatje Cantz erschienen.

Laufzeit: 27. März bis 18. August 2021

www.kunstsammlung.de