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      Seit 2008 ist Ben Van Cauwenbergh Leiter des Aalto-Balletts, erst als
      Ballettdirektor und seit 2013 als Ballettintendant. In dieser Zeit sind zahlreiche
      große Choreografien entstanden. Zum zehnten Jubiläum hat man mit
      großem Aufwand einen Ballettabend mit einigen Szenen aus insgesamt 13
      ausgewählten Ballettchoreografien sehr sehenswert zusammengestellt.

      Es sind überwiegend Arbeiten von Ben Van Cauwenbergh, ergänzt mit tollen
      Szenen anderer Choreografen. Alles begann 2008 mit der heute noch extrem
      beliebten "Tanzhommage an Queen". Sie bildet an diesem Abend den
      rockigen Abschluss. The "Show must go" on, auch nach zehn Jahren. Wie
      bei allen Szenen konnten natürlich keine komplett originalen Bühnenbilder
      aufgebaut werden. Eine große Projektionswand und einzelne Requisiten
      ersetzen stimmungsvoll die eigentliche Szenerie. Dazu wurden in kurzen
      Umbaupausen vor einem vorderen Vorhang Filmausschnitte der nicht gezeig-
      ten Stücke, ein Making of des Abends oder Fotos von Reisen der Kompanie
      zu Gastspielen in alle Welt gezeigt. Es war ein spannender Rückblick mit
      einem Blick hinter die Türen des Aalto-Balletts.

      Welche Ausschnitte gibt es zu sehen? Natürlich erinnert sich jeder gerne an
      "Carmen/Bolero" von 2011 mit der schwebenden Schräge als Tanzfläche.
      Große Bilder! "Schwanensee" (2018) kommt dagegen sehr klassisch daher.
      Der erste Teil wird vor der Pause sehenswert mit "Irish Soul" beendet.
      "3 by Ekman" ist wieder sehr modern und spielt mit Licht und Schatten. Bei
      "La Vie en Rose" gibt es zunächst eine Gesangsdarbietung der Tänzerin
      Adeline Pastor. Danach geht es gefühlt in die Gassen von Paris.
      "Der Nussknacker" hat märchenhafte Züge, während "Deca Dance" zeigt,
      dass man mit einem Stuhl tänzerisch sehr viel anfangen kann. "Romeo und
      Julia" durfte natürlich auch nicht fehlen, der Balkon mit einer Stoffschleppe
      als Rutsche inklusive. Szenisch glänzte ebenfalls "Don Quichote", mit dem
      Gaul Rosinante auf der Bühne, wie auch "Cinderella". Außerdem waren
      Szenen aus "Coppélia" und "Max und Moritz" zu sehen.

      Obwohl Ben Van Cauwenbergh sonst nicht sehr gesprächig ist, sondern lieber
      seine Arbeit sprechen lässt, erzählte er ein wenig aus seiner Zeit am Aalto.
      Die erste Spielzeit war schwierig, weil er nicht wusste, ob sein Programm
      ankam. Er wollte junge Leute für das Theater gewinnen. "La Vie en Rose"
      ist seine eigentliche Art von Ballett. Er versucht die klassische Art zu pflegen
      und mit modernen Choreografien nach vorne zu blicken. Für die Tänzerinnen
      und Tänzer ist dieser Spagat heute besonders anspruchsvoll. Beherrschen
      muss man beide Stile zwingend. Da Tänzer berufsbedingt Reisende sind,
      hält er ständig Ausschau nach potentiellen Ensemblemitgliedern. Besondere
      Höhepunkte waren die Zusammenarbeit mit David Dawson und Jirí Kylián.
      Er dankte allen Mitarbeitern im Haus und seinem treuen Publikum.

      Datum: 15. Juni 2018, Premiere

      www.theater-essen.de