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      Eine Oper muss nicht immer schwer und tragend sein, um sehenswert insze-
      niert zu sein. „Il barbiere di Siviglia“ im Aalto Musiktheater ist dafür ein ausge-
      zeichnetes Beispiel. Das Premierenpublikum hatte an der durchaus heiteren
      Vorstellung sehr viel Freude.

      Die letzte Opernpremiere im Aalto für die Spielzeit 2015/16 ist wirklich sehr
      gelungen und vergnüglich. Dem recht reduzierten Bühnenbild stehen Sänger-
      innen und Sänger gegenüber, die selber sichtlich Spaß haben. Rossinis
      komische Oper trägt eindeutig die Grundzüge der Commedia dell'arte und der
      Comedie-Italienne. Rossini hat es weiterentwickelt und Jan Philipp Gloger als
      Regisseur wunderbar auf die Bühne gebracht. Hervorzuheben ist dabei ebenso
      die sehr harmonische Musik, die damals als industrielle Komposition verspottet
      wurde. Rossini soll die Oper als Auftragsarbeit mit Hilfe von eigenen Bausteinen
      in 8 bis 13 Tagen komponiert haben. Das war seine Arbeitsweise. Heute klingt
      sie sehr schwungvoll. Ein großes Lob geht dafür an an die Essener Philharmo-
      niker unter der Leitung von dem großartigen Giacomo Sagripanti. Selten ver-
      mittelt ein Dirigent so viel Temperament und Freude an der Musik. Er ist fast ein
      Teil der Bühne, so hervorragend interagieren die SängerInnen mit ihm und dem
      Orchester. Regelmäßig betätigte der Chef am Pult gut hörbar ein barockes
      Cembalo.

      Natürlich ist Figaro (Georgios Iatrou) der Mittelpunkt des Ganzen. Er ist ein-
      deutig der Zampano, der die Fäden spinnt. Gesanglich ist ebenso gut ist Graf
      Almaviva (Juan José de Léon). Er muss viel Energie investieren, um seine
      Geliebte Rosina (Karin Strobos) zu bekommen. Stimmlich können sie alle
      überzeugen, auch Bartolo (Baurzhan Anderzhanov) und Don Basilio
      (Tijl Faveyts). Die männlichen Mitglieder des Opernchor schlüpfen regelmäßig
      in verschiedene komische Rollen, mal als Musiker oder als tollpatschige
      Polizisten. Ein Höhepunkt ist sicher das Tollhaus am Ende des ersten Akts.

      Wer mal die leichte Opernkunst genießen möchte, der ist bei dieser Inszenie-
      rung genau richtig. Stehende Ovationen bei der Premiere waren der Dank des
      Publikums.

      Datum: 4. Juni 2016 (weitere Vorstellungen)

      www.aalto-musiktheater.de