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      Mit einem großen Finale beendete Wolfgang Niedeckens BAP die
      "Live & Deutlich"-Tour im Heimathafen. Das ausverkaufte Palladium in Köln
      erlebte 200 Minuten lang ein musikalisch exzellentes Feuerwerk aus 40
      Jahren Bandgeschichte. Ein klasse Konzert!

      Wolfgang Niedecken ist mit seinen 67 Lenzen immer noch topfit und steht
      selbst die längsten Konzerte mühelos durch. Unterstützt von seiner wie immer
      exzellenten Band war es auch eine Reise durch seine Familiengeschichte.
      Opa, Oma, sein Halbbruder, sein Vater und seine Mutter Hubertine, in Songs
      als Urmutter Eva erwähnt, waren nicht nur musikalisch präsent, sondern auch
      mit alten Familienfotos im Bühnenhintergrund. Er hat mal in alten Schuh-
      kartons gekramt und die Familienschätze öffentlich gemacht. Im Laufe der
      Jahre sind einige familienbezogene Songs entstanden, z.B. der "Chippendale
      Desch", ein wichtiger Platz für den jungen Wolfgang.

      Einige Songs von BAP verlieren jedoch bis heute nicht an Bedeutung.
      "Kristallnaach" oder "Arsch huh, Zäng ussenander" müssen bis heute in
      jedem Konzert gespielt werden, um dem braunen Mob Paroli zu bieten.
      Unsere Welt ist heute das reinste "Absurdistan". Auch im Song "Vision von
      Europa" wurden aktuelle Themen mit nordafrikanischen Perkussionsinstru-
      menten fein veredelt. Es ist sowieso die Multiinstrumentanalität der Band, die
      viele Songs zu Klangkunstwerken werden lassen. Die drei Bläser, Anne de
      Wolff, Michael Nass oder Ulrich Rode an der Gitarre sind herausragende
      Musiker. Der Rest muss sich auch nicht verstecken.

      Der Trip durch die Bandgeschichte brachte wahre Perlen hervor. Vom "Jupp"
      weiß man es schon, aber auch Klassiker wie "Anna", Nimm mich mit" oder
      "Frau ich freu mich" kamen extrem gut rüber. Die Bläserfraktion war eine
      große Bereicherung für die Band. Mit "Dausende vun Liebesleeder" spielte
      man eine Ode an die Heimatstadt Köln, während die Erinnerung an die
      damals abgebrochene DDR-Tour offenbar noch schmerzt.

      BAP hat so viele wunderbare Songs veröffentlicht. Zu hören waren u. a.
      "Bahnhofskino", Psycho-Rodeo", "Nix wie bisher", "Du kanns zaubre" und
      viele andere bekannte Töne, mal kerniger Rock'n'Roll und mal auch etwas
      ruhiger und nachdenklicher. Sie wirkten auf der Bühne sehr atmosphärisch,
      unterstützt durch immer passende Einblendungen auf der LED-Wand und
      schönes Licht. Zwischendurch gab es immer mal wieder kleine Geschichten
      von Wolfgang zu hören. In 40 Jahren ist viel passiert. Dass sogar sein FC im
      Pokal während des Konzerts gegen Schalke knapp scheiterte, war dann nur
      eine Nebensache. "Es ist nur Fußball." Niedecken weiß die wahre Bedeutung
      der Dinge gut einzuschätzen.

      Zum Ende kamen dann auch noch Hits wie "Verdamp lang her" oder
      "Jraduss". Die Fanseele war glücklich. Es war wirklich ein wunderbarer Abend
      mit einem kölschen Original. Dabei war das BAP-Kölsch im Heimathafen ein
      wenig ausgeprägter. Egal, man musste nicht jedes Wort verstehen. Die
      Stimmung war einfach prächtig.

      Am 3. November erscheint das Live-Album "Live & Deutlich". Im Sommer
      2019 ist Niedecken wieder live zu erleben, u. a. in Bonn.

      Datum: 31. Oktober 2018, Palladium Köln

      www.semmel.de
      bap.de