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      Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt die kleine aber feine Ausstel-
      lung „Anna lehrt Maria das Lesen – Zum Annenkult um 1500“. Wer weiß
      schon, dass die heilige Maria, also die Ehefrau von Josef und die Mutter des
      Christkindes, eine Mutter namens Anna hatte.

      Im Zentrum der Einraumschau Anna lehrt Maria das Lesen – Zum Annenkult
      um 1500 steht eine außergewöhnlich kunstvoll gearbeitete französische
      Skulptur aus der Zeit um 1450. Die aus einem schweren Kalksteinblock
      herausgearbeitete Skulptur zeigt, wie die thronende Anna der kleinen Maria
      das Lesen lehrt. Sie gehört zur Sammlung Peter und Irene Ludwig und wurde
      ab 1994 als Dauerleihgabe im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen ausge-
      stellt. In Folge des Vermächtnisses von Irene Ludwig ging sie 2011 in dessen
      Besitz über.

      Anna ist ebenfalls eine Heilige, wenn auch eine zweiter Klasse. Sie führte
      drei Ehen, wurde deswegen in der Kirche durchaus kritisch betrachtet, und
      war trotzdem für eine Zeit lang sehr populär. Maria schickte sie von dritten
      bis zwölften Lebensjahr in eine Art Klosterschule. Danach brachte sie ihr
      gesellschaftliches Benehmen bei, ehe Maria Josef kennenlernte. Das
      steht nicht in der Bibel, sondern in vorangegangenen Schriften. Das Leben
      Marias nehmen wir oft erst mit der Geburt Jesu wahr. Schon deshalb ist die
      Ausstellung sehr interessant.

      Die Bildthematik der Unterweisung Mariens oder Anna lehrt Maria das Lesen
      entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert und rückte mit der Verbreitung
      der Annen- und Marienlegenden in das allgemeine Bewusstsein. Die Schau
      zeichnet die Quellen dieser Bilderfindung nach. Darüber hinaus thematisiert
      sie frömmigkeitsgeschichtliche Aspekte und gesellschaftliche Voraussetz-
      ungen für die Entstehung. Erstmals werden bildliche Analogien und Sonder-
      formen der Unterweisung Mariens diskutiert.

      Um die Aachener Skulptur werden andere Unterweisungen Mariens gruppiert,
      Blätter aus Dürers Marienleben gezeigt und weitere wertvolle Leihgaben zu
      sehen sein. Einige Werke aus dem Barock verdeutlichen, dass die lehrende
      Anna nicht vornehmlich für Bilder des späteren Mittelalters und der
      Renaissance reserviert war. Einige Exponate wurden noch nie öffentlich
      gezeigt.

      Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Essay von Dr. Dagmar
      Preising im Kerber Verlag.

      Laufzeit: 10. Februar bis 12. Mai 2019

      www.ludwiggalerie.de