abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Das Thalia Theater in Hamburg ist ein wichtiger Begriff in der deutschen
      Theaterlandschaft. Es steht für anspruchsvolle Stücke und ein tolles
      Ensemble. Am 9. November 1843 wurde es durch Chérie Maurice gegründet.
      Seit 2009 ist Joachim Lux der Intendant des Thalia Theaters.

      Ein sehr gutes und anspruchsvolles Stück ist „Richard III.“ mit einem hervor-
      ragenden Jörg Pohl in der Hauptrolle. Es war die Zeit am Ende des 16. Jahr-
      hunderts, die in England geprägt war von Fremdenfeindlichkeit, Patriotismus
      und Nationalismus. Die Macht war schon damals verlockend und die Krone
      erst recht. Leider war Richard III. von eher mickeriger Gestalt, verkrüppelt,
      nicht besonders hübsch und in der Thronfolge der Tudors auch nicht vorne,
      während Elisabeth I. das Zepter schwang. Das Stück zeigt ironisch-satirisch
      sehr schön, welche Psychopathen damals in Europa regierten. Die Figuren
      erwirken auf der Bühne einen Anschein von Splatter mit teilweise verbundenen
      Köpfen und stark geschminkten Augenpartien. Kein Kampf für die Macht war
      zu blutig. So auch für Richard III., der sich nach und nach alle Rivalen aus
      dem Weg mordet und fast jede Moral vergessen lässt. Dafür zerstört er sogar
      bewusst seine eigene Familie, während er die Zuneigung erpresst. Seine
      Helfer schlägt er selbstverliebt und blind vor Macht zum Ritter. In Wirklichkeit
      ist die Krone aber hohl. Sie lacht über den Tod, dem auch Richard III. nicht
      entkommen kann. Er zahlt für die Gier mit seinen Blut.

      In diesem Frühwerk von William Shakespeare kommt immer wieder eine große
      Trommel zum Einsatz, Sinnbild für Kriegsgeheul und Machtgehabe. Die Bühne
      präsentiert sich aber sonst eher reduziert. Dabei wird ganz eindeutig der Fokus
      auf die Schauspieler und ihre verschrobene und lächerlich machende
      Darstellung des Adels gelegt. Gesprochen wird in der Sprache Shakespeares,
      vermischt mit neuer Sprache. Der Spagat gelingt. Sehenswert sind auch die
      Fechtszenen. Das Stück ist eine gelungene Inszenierung von Antú Romero
      Nunes, die durchaus Vergleiche zu aktuellen Herrschern weltweit gut sichtbar
      nahelegt.

      Datum: 21. April 2017

      www.thalia-theater.de

      zurück zu den Hamburg-Tipps