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      Das Ohnsorg Theater gehört zu Hamburg wie der Hafen oder der Michel. Mit
      seinen niederdeutschen Stücken hat es sich seit der Gründung 1902 durch
      Richard Ohnsorg einen Namen gemacht, auch im Fernsehen.

      75 Jahre lang war es am alten Standort ’Große Bleichen’ beheimatet, ehe es
      zur Spielzeit 2011/2012 an seinen neuen Standort im Bieberhaus in Sicht-
      weite des Hauptbahnhofs umzog. Heute präsentiert sich das Theater sehr
      stilvoll mit einem großen Foyer, dunkel gehaltenen Wänden und modernster
      Technik im 412 Zuschauer fassenden großen Saal. Alles wirkt gediegen und
      modern. Christian Seeler ist seit 1996 Intendant. 1932 klopfte übrigens eine
      gewisse Heidi Kabel an die Tür, als Begleitung für eine Freundin, die vor-
      sprechen sollte. 2017 geleitet sie als Denkmal die Besucher ins Haus. Heut-
      zutage präsentiert das Ohnsorg Theater Charakterkomödien, Lustspiele,
      Schwänke und Schauspiele, Musicals, Operetten und Rock-Revuen. Das
      Repertoire hat sich deutlich erweitert, aber Plattdeutsch bestimmt das
      Programm.

      Das Stück „Arsenik un ole Spitzen“ (9. April bis 27. Mai 2017) ist eine Krimi-
      nalkomödie von Joseph Kesselring nach der Vorlage von „Arsen und Spitzen-
      häubchen“. Der Theaterkritiker Martin Brauer (Erkki Hopf) möchte die
      Pastorentochter Ellen (Birthe Gerken) heiraten. Doch es kommt ihm etwas
      dazwischen. Seine alten Tanten Abelke (Edda Loges) und Martha (Uta
      Stammer) verbergen ein Geheimnis. Liebevoll kümmern sie sich darum, dass
      alte Herrschaften als Hausgäste nicht mehr einsam sein müssen. Ein wenig
      Holunderwein, etwas Strychnin, Arsen und Zyankali, schon ist die Einsamkeit
      verflogen. Martins Bruder Wilhelm (Wolfgang Sommer) sorgt dafür, dass die
      Opfer im Keller standesgemäß begraben werden, ganz in kaiserlicher Uniform.
      Plötzlich tauchen Martins und Wilhelms furchterregender Bruder Jonas (Till
      Huster) und der mysteriöse Dr. Einstein (Robert Eder) auf. Jonas entdeckt,
      dass er ähnliche Vorlieben verfolgt wie seine Tanten und bringt den Beweis
      sogar mit. Manager des ganzen Unglücks ist Martin, der nach einem Ausweg
      suchen muss und diesen auch findet, mit Happy End natürlich.

      Es ist ein sehr unterhaltsames Stück mit einem liebevollen Bühnenbild und
      Schauspielern die teilweise schon 20 Jahre und länger am Haus spielen. Die
      alten Recken sprechen noch richtig Platt. Trotzdem kann auch der Zuschauer,
      der eher südlich beheimatet ist, den Stück inhaltlich folgen. Ständig ist was los,
      aber es fließt niemals Blut. Die schönen Kostüme stammen aus der Zeit von
      vor etwa hundert Jahren.

      Datum: 23. April 2017

      www.ohnsorg.de

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